Hallo zusammen,

Da es über die Monate immer mal wieder Nachfragen gab: die Liste sind nur Beispiele. Solange es jetzt keine Nachrichten sind und ihr der Meinung seid, es könnte andere Menschen interessieren, dann stellt es uns anderen Nutzern vor, erzählt was euch daran gefällt und warum ihr es mit uns teilt. Blogpost, Sachbuch, egal. Nur Memes und Nachrichten würde ich ausnehmen, da daraus schon der große Rest des Fediverses besteht.

Was habt ihr in der letzten Woche so an tollen Büchern gelesen, Filme geguckt, Spiele gezockt, Musik entdeckt, Museen oder Veranstaltungen besucht, … ?

  • Wrufieotnak@feddit.orgOP
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    16 days ago

    Ich habe nun endlich nach 115 Stunden und vier Kapitänen bei Sunless Skies es geschafft ein Ende zu erreichen. Es ist ein tolles Spiel mit vielen spannenden Geschichten die man erleben kann, aber es ist irgendwie schon wieder etwas zu groß. Sunless Sea war schon lang, sein Nachfolger ist nun nochmal gefühlt doppelt so groß. Und ich weiß nicht, ob das wirklich notwendig gewesen ist. Denn viel Zeit verbringt man zwischen den Geschichten im Weltraum, welcher passenderweise recht weit und leer ist. die Atmosphäre, ein Entdecker in der unbekannten Wildnis zu sein, haben sie definitiv geschafft einzufangen. Das bedeutet aber eben auch, das viel Zeit nur durch hin und her Fahren vergeht, welches zwischendurch zwar durch Gegner und zufällige Entdeckungen aufgelockert wird, aber das Grundproblem bleibt bestehen.

    Zur Qualität der Geschichten kann ich soviel sagen, das ich nach etwa 60h mit meinem (bis jetzt) finalen Kapitän beinahe während eines Storyereignisses gestorben wäre. Und ich hätte das als passendes Ende der Geschichte für diesen Kapitän angesehen und kein Problem damit gehabt. Gut fand ich auch, dass die Auswahl der Hintergrundgeschichte einen Einfluss bei gewissen Geschichten hat. Da wird sich dann darauf bezogen, was der Hauptcharakter war, bevor das Spiel startete. Ein Priester kann während einer Beerdigung eine Rede halten, ein Gelehrter mit anderen fachsimpeln, etc. Zusätzlich ist das Levelsystem diesmal so, das man weitere Vorgeschichten auswählen kann, was teilweise dann auch in manchen Geschichten wieder vorkommen kann (ein Mentor den man treffen kann, oder eine verlorene Liebe, mit deren Geschichte man jemanden anderen mit gebrochenem Herz trösten kann).

    Interessant fand ich, dass bei Sunless Skies der geschichtliche Fokus stärker auf Machtgefällen/Hierarchien lag und dem negativen Effekt der Unterdrückung der Schwachen und der Korruption der Mächtigen dadurch. Aber auch was Gesetzlosigkeit für eine Gesellschaft bedeutet. Sunless Sea wirkte da eher noch wie eine klassische fantastische Geschichte mit guten, neutralen und bösen Mächten, aber hier wird öfter gezeigt wie die Schwachen zu leiden haben um den Mächtigen die Welt angenehm zu machen, egal wer an der Macht ist.

    Nachdem ich es durch gespielt habe finde ich aber eine Sache besonders schade, was etwas spoilert wie die Welt funktioniert:

    Spoiler verpasste Chance (bzgl. der Judgements)

    Die Welt von Fallen London & Co funktioniert ja darüber, das Sterne Götter sind und deren Licht für das Durchsetzen von ihren (göttlichen) Naturgesetzen verantwortlich sind. Jetzt hätte ich eigentlich erwartet, dass die 4 verschiedenen Regionen/Sonnensysteme auch unterschiedliche Spielweisen haben, da ja andere Sterne in der Nähe sind und damit unterschiedliche Gesetze Vorrang haben sollten. Aber das ist nur etwas im blauen Königreich der Toten gemacht worden, während die drei anderen Regionen ziemlich gleich sind. Gerade in Eleutheria, bei dem die himmlische Rebellion und Götterdämmerung schon halb vollendet ist, hätte ich schon erwartet, das ein paar Spielmechaniken verändert sind. Was leider nicht der Fall war. Da ist in meinen Augen massiv Potential für ludonarrative Harmonie und spannende Erfahrungen verschenkt worden. :::

    Ich bin gerade dabei mir noch die anderen Geschichten, die ich noch nicht selbst erleben konnte, noch so durchzulesen im Wiki, denn spannend finde ich sie definitiv. Aber selbst dafür habe ich jetzt schon wieder 5 Stunden oder so gebraucht und bin noch lange nicht fertig. Also das Spiel hat auf alle Fälle genug Inhalt, man braucht nur Zeit um es auch genießen zu können. Andererseits habe ich jetzt schon wieder langsam Lust, die anderen Ambitionen (also quasi die selbst wählbare Hauptquest) doch selbst im Spiel zu erleben. Denn die Atmosphäre ist eben doch anders, ob ich den Text nur im Wiki lese oder im Spiel.

    Wer Sunless Sea mochte, wird auch an Sunless Skies Spaß haben denke ich. Wer den Vorgänger noch nicht gespielt hat, würde ich aber erst mal dazu raten. Auch weil gewisse Konzepte der Spielwelt im Vorgänger besser erklärt werden als hier, wo eher erwartet wird, das man schon weiß, wie die Welt funktioniert (auch wenn ich da empfehlen würde einen spoilerfreien Anfängerguide zu nutzen, um den recht harten Anfang einfacher zu gestalten). Wer dagegen Sunless Sea schlecht fand weil es zu viel Text hatte, wird glaube ich dieses Spiel auch nicht mögen. Wer allerdings Sunless Sea schlecht fand, weil die Ressourcen zu knapp waren oder generell den Anfang zu langsam fand, könnte hier mit dem verbesserten Anfang besser klar kommen. Denn der Schwierigkeitsgrad ist einerseits anpassbar und andererseits nicht ganz so harsch wie beim Vorgänger.

  • kossa@feddit.org
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    16 days ago

    Ich hab Death Stranding fertig gespielt. Krasses Spiel, aber nicht perfekt.

    Entfaltet seinen Charme sehr langsam, bis mich der Gameplay Loop gecatcht hat, hat v.a. die Grafik das Spiel getragen, war einfach recht hübsch anzuschauen und -hören. Dann war ich ziemlich krass drin. Ich finde Stealth Spiele normalerweise nicht sooo gut, aber diese Pseudogeister sind echt gruselig und die Progression wie man mit ihnen umgeht hat mich sehr abgeholt

    Die Story ist recht weird (gut weird), aber das Pacing ist irgendwie off. Ich kannte Kojima vorher nicht, hab’ noch nie eines seiner Spiele gespielt, aber man merkt schon, dass er sich für einen Künstler hält 😅. Gelingt ihm nicht ausnahmslos in dem Spiel, finde ich. Das Ende hat mich dann regelrecht genervt. Nachdem ich ein bisschen über ihn gelesen habe, scheint das sein Markenzeichen, dass das gefühlte Ende nicht das Ende ist und v.a. das Spiel eher zu einem Film aus Zwischensequenzen wird. Fand den Abschluss der Story dafür nicht rund genug, war dann echt ein bisschen “wann isses denn jetzt endlich vorbei?!”.

    Alles in allem ganz gut, v.a. weil die Story einfach mal “anders” war und der Fokus des Gameplay auf den Bewegungen des Spielers lag, das war ganz frisch.

    In other News hat mich Star Trek Strange New Worlds vollends überzeugt. Zu Beginn fand ich die schauspielerische Leistung nicht so prall und das Produktionsniveau wirkte recht billig. Aber jetzt in der zweiten Staffel eine Lower Decks Crossover Episode und eine Musical Episode mit singenden und tanzenden Klingonen als Cherry on top, zwischendrin eine deepe “The Horror of War” Episode? Ganz ernst und wenig ironisch? Das finde ich mutig und holt mich irgendwie ab 😅

  • borisentiu@feddit.org
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    16 days ago

    Hab gestern gerade noch so No other choice im Kino gesehen. Von Park Chan-Wook hatte ich damals Oldboy gesehen und zuletzt Decision to leave/Die Frau im Nebel mehrfach zuhause.

    Langer Film, aber ich hab es nicht bereut. Trailer hatte ich abgebrochen, weil mir da so viel vorzukommen schien. Außer gutem Tenor wußte ich kaum was.

    Familie, Haus und Garten des Protagonisten sind bedroht, als er seinen Job verliert. Gegner im Überlebenskampf sind dann ‘natürlich’ die anderen Stellensuchenden. Es ist ein Mix aus schwarzer Komödie, Thriller, Familiendrama und Kapitalismusparabel, wobei es eben vom Setting her auch konkret um Leben im System geht. Aber auch einfach toll anzusehen.

  • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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    16 days ago

    Die erste Staffel von A Knight of the Seven Kingdoms ging zuende, und größtenteils war das eine wirklich gute Staffel und eine wirklich gute Adaption der Novelle.
    Leider wurde wie immer heutzutage im Colour Grading der Mittelalterfilter drübergelegt, die Pipikakawitze kamen überhaupt nicht bei mir an und in ihrer Regelmäßigkeit fand ich sie auch störend, der Schlamm auf dem Turnierplatz hätte auch nicht sein müssen und die lange Rückblende fand ich in ihrer Länge wie Platzierung nicht gut gewählt. Die letzte Folge hat sich bei mir leider auch nicht verfangen, aber da kann ich nicht mit dem Finger draufzeigen, was mich gestört hat.
    Allerdings waren die Charaktere gut dargestellt das Schauspiel und die Regie waren mehr als solide, die Chemie zwischen Peter Claffey/Dunk und Dexter Sol Ansell/Egg war wirklich schön. Die Serie fühlt sich nach Game of Thrones an, ohne sich nach Game of Thrones anzufühlen, das heißt, sie passt in die welt und man merkt, wo sie hingehört, aber der Fokus ist ein anderer, weg von höfischen Intrigen hin zu kleinen, persönlichen Geschichten.
    Außerdem ist die Staffel durch ihre Kürze auch sehr snackable, man kann sie an einem Nachmittag durchgucken wie einen langen Film, ohne wirklich zu bingewatchen.

    Insgesamt eine sehr gute Staffel, die auch zeigt, wie gut sowas werden kann, wenn man sich an das Quellenmaterial hält und darauf fokussiert ist, das gut umzusetzen, statt alles künstlich in die Länge zu ziehen oder eigene Geschichten mit Charakteren erzählen zu wollen, die eigentlich ganz anders sind.

    • einkorn@feddit.org
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      16 days ago

      der Schlamm auf dem Turnierplatz hätte auch nicht sein müssen

      Doch, da er Teil der ganzen Metapher ist: Ein Haufen “nobler” Ritter, die sich im Schlamm suhlen, weil sie die “Ehre” eines Prinzen verteidigen, der keine hat.

      Ich finde die Einordnungen von Alt Shift X dazu immer sehr schön.

      • CyberEgg@discuss.tchncs.de
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        16 days ago

        Nee, hätte nicht sein müssen. Der ganze Schlamm in Fantasy/Mittelalterproduktionen nervt einfach nur noch, genauso wie der Mittelalterfilter im Colour Grading und andere schlechte Tropes und Klischees. Die Metapher hätte man auch anders formulieren können. Mit Blut vermischter Staub hätte auch schmutzig ausgesehen, ohne dass man das Schlammklischee weiter hätte treiben müssen.

  • Augustiner@lemmy.world
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    16 days ago

    Ich habe eine russische Woche Hinter mir:

    Nikolai Gogol / Der Revisor:

    Zuerst habe ich Gogols berühmtestes Theaterstück gelesen, „Der Revisor“. Das war ganz okay, eine archetypische Geschichte über Verwechslungen. Besonders gut hat mir gefallen, dass es eigentlich keine moralischen Charaktere gab. Alle sind verdammt korrupt, wissen das auch und rechtfertigen ihre eigene Korruption pausenlos. Aber insgesamt hatte ich von einem der berühmtesten Autoren Russlands etwas mehr erwartet.

    Nikolai Gogol / Petersburger Erzählungen:

    Dann habe ich mich an seine Petersburger Erzählungen (Der Nevski-Prospekt, Das Porträt, Die Nase, Der Mantel und Tagebuch eines Verrückten) gemacht. Es sind fünf, und ich fand sie alle großartig, einige sogar brillant. Am besten haben mir „Der Mantel“ und „Tagebuch eines Verrückten“ gefallen. Es handelt sich um in vielerlei Hinsicht ähnliche Geschichten über Bürokraten, die von der Gesellschaft ignoriert und vergessen werden, aber sie entwickeln sich zu ganz unterschiedlichen Lösungen. Die anderen waren ebenfalls großartig bis zumindest ziemlich gut.

    Soweit ich weiß, geht viel von Gogols charakteristischem Stil, dem sogenannten Skaz, in der Übersetzung verloren, aber was übrig bleibt, ist dennoch eine sehr schöne Schrift. Es ist hilfreich, etwas über die russische Bürokratie, Namen, Statussymbole der damaligen Zeit und ein Konzept namens „poshlost“ (Nabokov definiert es unter anderem als kitschigen Schund, vulgäre Klischees und falsche Tiefgründigkeit) sowie über Skaz selbst zu wissen, um das Lesevergnügen zu steigern, aber ich bin mir sicher, dass es auch Spaß macht, einfach zu lesen und zu sehen, was man ohne all das daraus mitnimmt.

    Ivan Turgenev / Tagebuch eines Überflüssigen:

    Das ist die Synthese aus Gogol und Lermontov. Turgenev übernimmt von Gogol den Skaz und den überflüssigen Menschen von Lermontov. Das Ergebnis ist ein Tagebuch, das der Protagonist zwei Wochen vor dem Tod beginnt, und in dem er noch einmal Schlüsselerlebnisse seines Lebens aufarbeitet. Turgenev hat hier einiges an eigener Erfahrung und Frustration reingepackt, weshalb vieles hier sehr psychologisch akkurat beschrieben ist. Allerdings ist der Protagonist so von seinen eigenen Unsicherheiten gelähmt, dass es sich manchmal etwas frustrierend Anfühlt. Das ist aber auch gewollt, die Unsicherheit macht die gefühlte Überflüssigkeit zur selbsterfüllenden Prophezeiung.

  • Asinus@feddit.org
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    16 days ago

    Ich habe diese Woche angefangen The Planet Crafter (Toxicity) zu spielen. Vom Interface, manchen Spielmechaniken und Bauwerken erinnert es (vor allem optisch) sehr stark an Subnautica, das ich auch sehr gemocht habe.

    Man wird auf einem recht kargen und giftigen Planeten ausgesetzt, hat anfangs kaum Luft, Wasser und Essen und muss diesen langsam mit Leben füllen.
    Dabei muss man stets drauf achten, dass man genug Ressourcen dabei hat, um auch wieder zurück zur Basis zu kommen und nicht an Hunger, Durst, Luftnot oder Gift stirbt. Gleichzeitig hat man ein kleines Inventar.
    Das macht es am Anfang recht herausfordernd, aber ich bin jetzt glaub ich an einer Stelle angekommen, an der das Terraforming außerhalb des Startgebietes langsam ein exponentielles Wachstum erfährt und an der man ganz gute Ausrüstung hat.

    Ein schönes Spiel, um das abends mal 1-2 Stunden zu spielen, ohne dass man beim nächsten Mal nicht wieder reinfindet.