Der Iran hat offenbar begonnen, die Strasse von Hormus zu verminen. Das bedeutet, die Weltwirtschaft muss sich für viele Monate auf stark steigende Preise für Öl, Gas und Düngemittel einstellen - und natürlich Dinge die davon besonders viel als Vorprodukte brauchen.

Die Hoffnung, das Öl und Gas ewig billig bleiben, ist anscheinend gealtert wie Milch.

Länder in Ostasien wie Thailand reagieren bereits darauf: Home Office, Viertagewoche, Reduktion von Klimatisierung, Schließung bestimmter öffentlicher Einrichtungen. (Edit:) Dänemark auch, allerdings mit Appellen.

Was sind eure persönlichen Massnahmen und Strategien?

    • plyth@feddit.org
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      3 days ago

      Interessant wie die meisten Antworten nur die persönlichen Massnahmen aufzählen. Es gibt als Bürger, in einer Demokratie wohlgemerkt, keine offensichtliche Strategie, die Situation zu verändern.

      Es wird erwähnt, dass selbst bei Solarhaushalten wegen der Transportkosten die Ausgaben steigen werden.

      Die EU vergünstigt Verbrennerlaster: https://feddit.org/post/27070585 und es besteht Sorge um chinesische e-Laster: https://feddit.org/post/27073555 .

      Die hohen Energiepreise und die damit verbundene Sensibilisierung muss doch auch Chancen eröffnen. Die Politik wird keine Lösung anbieten, wir haben Trump die Flüssiggasabnahme zugesagt.

      Mit welchen Ideen sollte man sich beschäftigen, so dass aus persönlichen Initiativen etwas entsteht, dass die Energiekosten dauerhaft senkt?

      • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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        3 days ago

        Die Gemeinde wo ich wohne ist beispielsweise dabei, Fernwärme zu erschließen. Das ist zwar in Oberbayern, aber lokal ist eben auch viel Positives möglich. In München z.B. hat sich sehr viel getan für besseren Radverkehr. Und auch die Aufhebung des Tempolimits auf dem mittleren Ring dort scheint dem bisherigen Oberbürgermeister Reiter nicht viel genützt zu haben - er steht vor einer Stichwahl mit dem grünen Kandidaten.

        • plyth@feddit.org
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          3 days ago

          D.h. die Leute sind bereit für Veränderungen. Auf Politikwechsel bauen dauert aber leider mindestens eine Legislaturperiode.

          Noch eine Verständnisfrage:

          Fernwärme zu erschließen

          Wie kann Fernwärme günstiger sein als lokale Wärmepumpen? Ist Fernwärme als Strategie noch sinnvoll?

          • brainwashed@feddit.org
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            3 days ago

            Auf Politikwechsel bauen dauert aber leider mindestens eine Legislaturperiode.

            Du kannst den aktuell gewählten durchaus aufs Dach steigen (nicht wörtlich bitte) und deine Wünsche artikulieren. Gibt sicher wenig bessere Zeitpunkte als jetzt, wirst nicht der einzige sein der sich darüber beschwert aber vielleicht der einzige, der sinnvolle Lösungsvorschläge macht und nicht nach Flatrate tanken für alle ruft.

            • plyth@feddit.org
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              3 days ago

              Kuba, Iran. Die Politiker haben klar gemacht, wofür sie stehen. Ich denke ohne private Initiative passiert nichts. Solange alle damit zufrieden sind, ein Elektroauto zu kaufen, passiert aber auch nichts.

              Es muss doch Menschen mit Ideen geben, die grundlegend etwas verbessern, bei denen man privat helfen kann, sie umzusetzen.

              • brainwashed@feddit.org
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                3 days ago

                Ich kann nicht folgen. Welche Politiker haben was klar gemacht?

                Dass Kommunen hier solarparks, Fernwärme, e ladesäulen und Parkplätze fördern, treiben, ermöglichen erfordert ja keine grundlegend andere Position zum Iran.

                • plyth@feddit.org
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                  3 days ago

                  Fast alle, durch Nichthandeln. Wenn das Ende der kubanischen und iranischen Unabhängigkeit für uns akzeptabel ist, dann doch sicher auch unsere Abhängigkeit vom amerikanischen Frackinggas und Öl. Wenn lokale Politiker das unterwandern ist das natürlich voll zu begrüßen.

          • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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            3 days ago

            Wie kann Fernwärme günstiger sein als lokale Wärmepumpen? Ist Fernwärme als Strategie noch sinnvoll?

            Kommt auf die Siedlungsdichte an.

            Prinzipiell sind Skaleneffekte möglich. Es ist ja auch ökonomischer, wenn 100 Leute in einem Bus fahren , als in 100 separat angeschafften Autos .

            Zudem sind die Investitionskosten für den einzelnen Hauseigentümer geringer, die oft als Haupthindernis genannt werden. Ein Fernwärmeanschluss der real existiert ist besser als eine Wärmepumpe, die nie gebaut wird.

  • Gieselbrecht@feddit.org
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    5 days ago

    Ich fahre fast ausschließlich Rad oder Zug. Meine Mietwohnung wird mit Gas geheizt aber ist ein relativ neues und gut isoliertes Gebäude, ich mache die Heizung sehr selten an.

  • JensSpahnpasta@feddit.org
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    5 days ago

    Ich mache im Endeffekt das, was ich auch schon seit dem Ukraine Krieg mache. Wir haben damals Solar auf das Dach gebaut und das produziert ein Großteil unseres Stromverbrauches. Die alte Ölheizung kriegen wir aus Gründen aktuell nicht ersetzt, aber aktuell läuft hier zum Beispiel ein Heizlüfter statt der Heizung und der Heizlüfter wird mit Solar betrieben. Zur Arbeit fahre ich mit dem Fahrrad oder mit dem Bus.

    Das hilft, ist aber natürlich nur ein Pflaster auf die Wunde. Alles hängt an fossilen Energien. Jede Firma muss ihre Produkte transportieren. Die Landwirtschaft düngt mit Erdölprodukten. Und man kann davon ausgehen, dass uns jetzt demnächst ein größerer Inflationsspike trifft, und tragischerweise wird natürlich auch keine Tarifverhandlung das ausgleichen, weil alle Firmen gerade ächzen. Bei uns auf der Firma geht es gerade auch wild her und es ist einfach eine absolute Katastrophe. Da hilft es dann auch nicht, wenn man die alte Glühbirne im Flur zehn Jahre zu spät gegen eine LED austauscht.

    Das soll jetzt nicht übermäßig pessimistisch wirken. Auch kleine Dinge helfen, also baut euch Balkonsolar, schaut, dass ihr ohne Fossil zur Arbeit kommt, meistens geht es doch mit dem Fahrrad, guckt nach den E-Vespas oder ob ihr vielleicht doch eine Strecke mit dem Zug fahren können. Prüft, ob eine Wärmepumpe interessant ist, dämmt eure Fenster, guckt was ihr tun könnt, denn auch kleine Sachen helfen nicht nur dem Geldbeutel, sondern auch vor allen Dingen dem Klima.

  • HaraldvonBlauzahn@feddit.orgOP
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    4 days ago

    Bei mir so:

    Auto hatte ich noch nie. Ich nutze es mittlerweile meistens nur noch in echten Notfällen .

    Mit Fliegen hab ich vor acht Jahren aufgehört.

    Wenn ich oder wir wo hinfahren, dann seltener aber dafür längere Zeit. Unser letzter Urlaub war ganze drei Wochen und es war suuuuper etholsam.

    Ich bin meistens mit dem Rad unterwegs und hab mich an etwas größere Pendeldistanzen gewöhnt, so 15 - 18 Kilometer. Hab auch gemerkt dass mir die Bewegung gesundheitlich sehr gut tut.

    Vor drei Jahren haben meine Partnerin und ich uns zusammen getan und geschaut wo wir wohnen können ohne dass sie ein Auto braucht. Wir haben relativ schnell was gefunden und es ist ein Riesengewinn an Lebensqualität. Sie hat das Auto immer weniger benutzt und ist es letztes Jahr losgeworden.

    Seit dem Angriff auf die Ukraine haben wir die Heizung auf 18 Grad runter gedreht - mit nem Pullover ist das warm genug für uns. Wir haben letztes Jahr so 1000 Euro Nebenkosten zurück bekommen.

    Wir nutzen eine kleine faltbare Camping-Spülschüssel zum Spülen kleiner häufig gebrauchter Sachen. Das spart eine Menge Warmwasser.

    Den Stromverbrauch haben wir auch gesenkt, durch Messen der Standbyverbräuche und Elimination von Energiesaugern - wir sind jetzt bei 1400 kWh/a für zwei Personen.

    Haben einen sehr soliden faltbaren Fahrradanhänger, mit dem man problemlos 4 Kästen Bier und Getränke transportieren kann. Wiegt nur 9 Kilo und lässt sich auf Pi mal Daumen 20 Zentimeter Tiefe zusammenfalten.

    Wo wir noch was machen könnten wär weniger verarbeitetes Zeug und mehr Gemüse essen - das spart ja auch Energie.

    Und vielleicht legen wir uns ein Balkonkraftwerk zu. Bisher haben wir Hickhack mit Vermieter und Eigentümerversammlung gescheut aber momentan ist die Stimmung ganz günstig.

    Edit: Was mir noch eingefallen ist: Wir haben uns einen Induktionsherd zugelegt. Das möchte ich nicht mehr missen. Die heizen erheblich schneller auf und sparen nennenswert Strom, und sind noch besser regelbar wie eine Gasflamme. Wenn man die Groschen für ein neues Kochfeld nicht hat und z.B. in einer Studentenbude wohnt, gibt es auch günstigere separate einzelne Kochplatten.

  • Esjott@feddit.org
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    5 days ago

    Ich habe letztes Jahr in Eigenleistung auf Wärmepumpe umgerüstet, kurz danach hat der Verbrenner gesagt, ich fahr kein Stück mehr (eine Woche vorm Urlaub - natürlich…), auch da auf elektrisch umgestiegen. Mal gucken, was der Strompreis dank Gaskathi macht. Gegenmaßnahme da ist für uns auf lange Sicht Dachflächen mit pv belegen.

  • MrFloppy@feddit.org
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    5 days ago

    Schwieriges Thema, wenn man eh schon sparsam lebt und damit die letzten Jahre nur knapp über die Runden kommt. Es bleibt ja nicht beim Öl; die Lebensmittel werden jetzt auch sicher wieder sprunghaft teurer.

    Bzgl Heizen:
    Für Mieter könnte neben Balkon-PV ggf eine mobile Split-Klimaanlage interessant sein. Diese kann neben Kühlen auch günstiger heizen als ein Heizlüfter.

    Fürs Eigenheim finde ich neben PV, die Wärmepumpe in Eigenleistung sehr interessant. Damit kommt man sicherlich günstiger weg, als das Komplettpaket vom Heizungsbauer. (Für eine 11T EUR Leistung 30T zahlen, um dann 40-60% Zuschuss vom Staat zu bekommen - irre) Oder eben auch dort mit einer Split-Klimaanlage zum Luft heizen starten.

    Zum Pendeln in der kalten Jahreszeit träume ich schon länger von einem umhausten Trike, wie dem “Veemo SE”. Kostet zwar einiges, aber keinerlei Unterhalt. Da wäre Dienstrad-Leasing interessant, wenn der Arbeitgeber das attraktiv anbietet.

  • xlf42@feddit.org
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    5 days ago

    Schon seid einigen Jahren ist mein Alltag an vielen Stellen dekarbonisiert.

    Ich bin in erster Linie öffentlich, per Rad oder Elektroauto unterwegs, lediglich im Urlaub wird der Diesel-betriebene Camper genutzt (da ist aber der Umstieg auf was elektrisches zumindest in Planung).

    Ich wohne in einer Mietwohnung in einem Neubau, der bereits vor-Ampelig mit Wärmepumpe gebaut wurde.

    Einkaufen findet so viel wie möglich auf Wochenmarkt oder hofladen statt, wo Transportkosten und Verpackung minimiert wird. Und ja, immernoch ist ein großer Teil meines Konsums aus Super- und Drogeriemärkten, wo halt dann doch lange transportketten und plastikverpackungen vorherrschen.

    Und ja, ich bin privilegiert, weil ich mir den Konsum, das Leben in der Stadt mit gutem ÖPNV und passabler Radinfrastruktur und ein Elektromobil leisten kann.

    Andererseits wäre auch an einigen Stellen eben auch der Staat gefragt, eben der sprichwörtlichen Krankenschwester die Finanzierung eines Renault Zoe zu ermöglichen und ihrem Arbeitgeber das aufladen zum Spottpreis. Der Staat hat es schon versucht, zu Wärmepumpen zu animieren, das hätte man ganz unideologisch beibehalten können. Der Staat könnte mit (Umsatz)Steuerpolitik Verpackungsarme und regionale Lebensmittel zu fördern.

    • madde@feddit.org
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      4 days ago

      Gleiches auch bei mir. Ich sehe dem persönlich gelassen entgegen. Sollten die Energiekosten massiv steigen, dann gibt’s halt Solar + Batterie, kann man heutzutage ja auch gut auf Kredit kaufen.

      Wenn ich jetzt aber mehr zahlen soll (Steuern, Umlagen), um andere zu subventionieren die diesen Umstieg seit Jahren verpennen und mir dann lieber erzählen, wie toll doch ihre Idee war sich letztens noch ne Ölheizung einbauen zu lassen oder wie toll ihr neues Auto brumm-brumm macht, dann geh ich auf die Straße. Jeder Depp weiß seit Jahren, wo der Wind hinweht.

  • Zwuzelmaus@feddit.org
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    5 days ago

    Wir haben doch fast alle “schon immer” gespart. Deshalb kann kaum jemand jetzt nochmal mit einer neuen Strategie auf den Preiswucher reagieren.

    Es wird einfach hingenommen :-I