Gestern im EU Parlament beschlossen: Im Supermarkt dürfen künftig bestimmte genveränderte Lebensmittel ohne Kennzeichnung im Regal stehen. In rund zwei Jahren sollen die Regeln gelten. Außerdem wird es im Zuge der Zulassung der “Neuen GenTechnik” (NGT) auch viel einfacher möglich sein, Pflanzen und Gene zu patentieren. Selbst Gene aus alten Kulturpflanzensorten können - als angebliche Erfindungen - zukünftig patentiert werden. Das Ergebnis ist ein Sieg auf ganzer Linie für mächtige Agrarkonzerne wie Bayer-Monsanto, Corteva und Co., die sich in Zukunft die Patentanwälte und Rechtsabteilungen für die absehbaren Konflikte mit kleineren Züchtern und Bauern leisten können. Die Verlierer sind Mittelstand, Verbraucher*innen und die gentechnikfreie Landwirtschaft, wie etwa der Bio-Landbau. Der Vorschlag wurde von EVP (CDU/CSU), Liberalen (FDP) und extremrechten Parteien im EU Parlament ohne durch Sozialdemokraten, Grüne und Linke gewünschte Änderungen durchgewunken. Der Kapitalismus expandiert mit dieser Regelung auch in der EU in den Bauplan allen Lebens hinein: ins Genom.
Ich wüsste gar nicht, was daran schief gehen könnte, wenn man jetzt Saatgut patentieren kann.
Gentechnik ist super und gentechnikfrei ist verlogen, weil sie selber bereits ungezielte ineffiziente Gentechnik ohne Kennzeichnung verwenden kann und dies auch tut. Was aber Mist ist:
auch viel einfacher möglich sein, Pflanzen und Gene zu patentieren. Selbst Gene aus alten Kulturpflanzensorten können - als angebliche Erfindungen - zukünftig patentiert werden.
Das geht überhaupt nicht, aber Kapitalismus goes brrrr.
ich bin dafür. die gentechnik wurde lange als gefährlich eingeschätzt weil die praktische erfahrung damit fehlte. das war 1970. mittlerweile gibt es sehr große mengen an forschungsarbeiten in dem bereich und wir wissen deutlich besser, wie sich was auswirken wird.
auch das risiko, dass sich diese “neuen sorten” dann in der natur breitmachen und somit in konkurrenz zur natur stehen, denke ich ist sehr gering. denn die neuen sorten sind dann abhängig davon dass menschen sich um sie kümmern. z.b. tomaten mit größeren früchten stehen nicht in konkurrenz mit natürlichen tomaten, da die neuen tomaten in der natur nicht bestehen könnten, da sie sofort von insekten gefressen werden (weil sie ja jetzt schmackhaftere früchte haben). insofern ist das risiko einer kontamination der natur sehr gering.
schlussendlich ist gentechnik eine art der softwareentwicklung. man schreibt neue ideen nieder die dann auswirkungen in der realität haben. solange das mit genug vorsicht, strengen grenzen und gut fundierten einsichten geschieht ist das insgesamt eine gute sache.
Ganz nüchtern betrachtet ist das tatsächlich ein sinnvoller Schritt… wenn man den Kampf gegen den Klimawandel aufgegeben hat und nun soweit möglich auf Anpassung und “weiter so” setzt.
Auch dann sollte eine Kennzeichnung erforderlich sein
Warum?
Wenn Gentechnik so toll sein soll, hätte man nichts dagegen, dies auch zu kennzeichnen. So lässt es den Schluss zu, man weiß, dass die meisten Menschen dem kritisch gegenüber stehen, aber man will es halt trotzdem.
So lässt es den Schluss zu, man weiß, dass die meisten Menschen dem kritisch gegenüber stehen, aber man will es halt trotzdem.
Genauso ist es ja auch. Viele Menschen stehen dem kritisch gegenüber, weil Verblödung und Desinformation funktionieren.
Die Realität sieht derzeit so aus:
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Pflanzen in Massen untereinander kreuzen und mal sehen, was rauskommt (positive Eigentschaften, wie auch zufällige Nebenwirkungen inklusive): ✅ weil “Züchtung”
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Das Erbgut von Pflanzen durch Bestrahlung schädigen und dann in Massen untereinander kreuzen und mal sehen, was rauskommt (positive Eigentschaften, wie auch zufällige Nebenwirkungen inklusive: ✅ weil noch effektivere “Züchtung”
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Gezielte Modifikation von Genen, um genau die gewünschten Eigenschaften anzupassen: ❌ böse Gentechnik!
Warum soll man mit Kennzeichnungen noch den wissenschaftsfeindlichen Wahn gewisser Bevölkerungsgruppen bestärken? Möchtest du -um mal ein anderes Analog zu nehmen- auch Kennzeichnungen für Läden, in denen das Personal geimpft ist, weil manche Bekloppte das halt wollen, und es ansonsten ja niemandem schadet?
Das klingt ja gut wenn Gentechnik für Residenz der Pflanzen gegen Trockenheit und Hitzewellen verwendet wird, aber wenn Gentechnik verwendet wird um gegen ein bestimmtes Pestizide resistent zu machen und dafür dass die Pflanze nur noch einjährig ist und keine Samen mehr produziert - dann klingt das nicht mehr so prickelnd.
Für mich ist das Problem, dass Gentechnik halt beides ist, und ohne gute Transparenz gibt es viele perverse Anreize für die miserable Variante.
Pestizidresistenzen sind von der neuen Richtlinie explizit ausgeschlossen, ebenso wie Insektentoxische Mutationen. So ziemlich das einzige was man nicht machen darf.
Zunächst einmal danke dass du dir Zeit genommen und Mühe gemacht hast, das nochmal zu erklären. Vom wissenschaftlichen Standpunkt hast du natürlich recht, Gentechnik bietet da eine Chance auf die Herausforderung der Klimakatastrophe und vielleicht zunehmender Bevölkerung zu reagieren.
Ich habe mich wohl hinreißen lassen, da Quatsch zu schreiben, weil ich die Befürchtung habe, dass die genannten Konzerne trotz der Chancen Wege finden werden, Menschen zu schaden. Sei es in dem Saatgut teuer gekauft werden muss und oder bestimmte Pestizide benötigt werden usw. Ebenso die Patentierung von Genomen oder Gensequenzen macht mir da Sorge. Ich hoffe, ich irre mich, aber ich sehe da die Gefahr von Abhängigkeiten und Monopolen.
Ich habe mich wohl hinreißen lassen, da Quatsch zu schreiben, weil ich die Befürchtung habe, dass die genannten Konzerne trotz der Chancen Wege finden werden, Menschen zu schaden.
Was ist das für ein Zerrbild in dem Konzerne Tag ein Tag aus nach Wegen suchen, ihren Konsumenten zu schaden?
Das ist kein Zerrbild, sondern Realität. Für Konzerne sind die Konsumenten in erster (und praktisch einziger) Linie eine Einkommensquelle. Und die soll maximiert werden. Es besteht exakt kein Interesse am wohlergehen der Konsumenten, es sei denn es schadet dem Konsum.
Das Produkt ist gesundheitsschädlich? Klingt doof. Oh, es ist auch suchterzeugend? Na dann immer her damit!
Das Produkt enthält Giftstoffe, aber die Auswrikungen zeigen sich erst in Jahren? Wenn die Produktion dafür heute billiger ist, und genug Geld einspart, die erwartbaren Klagen und Strafen zu zahlen, ist das nur eine reine Kosten/Nutzen-Rechnung.
Und dabei reden wir ja nicht mal von unbeabsichtigten Nebenwirkungen. Patentierte Pflanzen, die neben besserer Witterungsbeständigkeit auch nicht mehr fortpflanzungsfähig sind, um ein Monopol auf das Saatgut zu erhalten (und jeden mit unabhängig entwickelter Alternativen wegen Patentverletzung zu verklagen) ist ja keine Nebenwirkung. Die ist das Ziel zum Einkommensmaximierung.
Egal was ich verkaufe, wenn ich mein Konsumenten töte, verkaufe ich übermorgen weniger davon. Und “Patente, um ein Monopol zu haben” macht insofern keinen Sinn, als das Patente das juristische Monopol auf irgendwas sind. Kann man doof finden, sollte man klar beschränken aber ist halt auch ein Quit pro Quo. Du veröffentlichst deine Erfindung, bekommst dafür zeitlich befristeten Monopolschutz. Ist der vorbei kann der Wettbewerb es dir gleich tun. So passiert übrigens mit Round up ready Pflanzen, die jetzt aus China kommen.
Vielleicht mal das durchschnittliche Bild vom Unternehmertum nicht aus Captain Planet abgucken.
Ist nicht das Ziel, passiert aber doch. Quelle: Zustand des Planeten.
Vielleicht ist das jetzt nicht das primäre Ziel… Aber ist es denn aus deiner Sicht nicht so, dass Schäden z.B. an der Umwelt im Interesse der Gewinnmaximierung von Konzernen billigend in Kauf genommen werden?
Schäden an der Umwelt sind in diesem Fall Probleme für die Kundschaft der Saatguthersteller. Denn das beschädigt ihr Kapital, ihre Felder. ich denke nicht, dass das regelmäßig aktiv herbeigeführt oder billigend in Kauf genommen wird.
Pflanzen in Massen untereinander kreuzen und mal sehen, was rauskommt (positive Eigentschaften, wie auch zufällige Nebenwirkungen inklusive): ✅ weil “Züchtung”
Passiert in der Natur unentwegt, ist die Basis der Entstehung aller Kulturpflanzen. Wir essen diese Pflanzen seit ungefähr 10’000 Jahren. Was sind genau die Nebenwirkungen? Ich denke die größte ‘Nebenwirkung’ hiervon ist, dass wir mittlerweile fast 8.5 Milliarden Menschen mit den so entstandenen Pflanzen ernähren können.
Das Erbgut von Pflanzen durch Bestrahlung schädigen und dann in Massen untereinander kreuzen und mal sehen, was rauskommt (positive Eigentschaften, wie auch zufällige Nebenwirkungen inklusive: ✅ weil noch effektivere “Züchtung”
Wird immer als Argument angeführt um andere fragwürdige Techniken ‘halt dann auch’ an zu wenden. Die Methode ist umstritten und wird zurecht als risikovoll erachtet. Der Bio-Sektor lent Mutationszüchtung z.B. ab und sie wird dort nicht aktiv angewendet. Dann aber gar keine ‘nicht 100% bio’ Genetik mehr einkreuzen weil eventuell mutiert? Ein Dilemma. Hieraus aber ab zu leiten, dass eine andere angeblich präzisere Mutationszüchtung besser sei halte ich für nicht stichhaltig (siehe auch folgender Punkt).
Gezielte Modifikation von Genen, um genau die gewünschten Eigenschaften anzupassen: ❌ böse Gentechnik!
Framing der Industrie. Es gibt in CRISPR/Cas9-Systemen ≥50% so genannte off-target Mutationen, also Mutationen in Genregionen die nicht beabsichtigt sind. Das ist zugegebenermaßen präziser als die ‘alte’ Gentechnik mit A. tumefaciens, aber dennoch schießt man pro Schuss einmal noch woanders ins Genom, ohne zu wissen wo und mit welchem Effekt.
Die Analogie mit Impfgegner=NGT-Kritiker halte ich für nicht korrekt. Es gibt den breiten wissenschaftlichen Konsens bezüglich den Vorteilen von NGT nicht. Auch das ist ein Framing ganz bestimmter Gruppen.
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Wo ist Gentechnik “Pro Klimawandel”? Ich versteh nicht wie man überhaupt gegen Gentechnik sein kann.
Resistente Sorten erfinden die uns ermöglichen auch in der Wüste Essen anzupflanzen erscheint mir nicht als schlimm.
Worauf basierst du deine Aussage, dass man mit dieser Technik in “der Wüste Essen” (Nutzpflanzen?) angebaut werden kann?
Disclaimer: Ist Jahre her dass ich mit bioengineering und Biochemie zu tun hatte.
Es gibt bei Planzen grob 2 verschiedene Formen von Photosynthese Zyklen, bei denen am Ende Zucker rauskommt: C3 und C4
Simplifiziert läuft die hintere Kette der Umwandlung bei C3 sofort, und bei C4 in der “Downtime” also Nachts.
C4 hat hier den klaren Vorteil, dass die hinteren Teile der Kette keine Bedingungen an den Wasserhaushalt der Planze setzen, wärend diese von der Sonne bestrahlt wird. Grob arbeitet die Planze damit mit viel weniger Verdunstung, also ist viel sparsamer mit Wasser.Mais ist C4, Weizen C3, desshalb baut z.B. der eher Aride Teil der USA so extrem viel Mais an (was dann deren ganze Ernärung fickt weil die überall Fruktosesirup reinballern müssen).
Weizen wächst dagegen in den selteneren Regionen wo viel Wasser zur Verfügung steht. Da kommt dann krams raus wie die Ukraine die quasi ganz Europas Weizen in einem kleinen Gebiet anbaut, weil da halt gute Bedingungen sind.Also, was ist wenn ich in Weizen die komplette C4 Photosynthese Kette transplantiere?
… Zumindest viel mehr Weizen und weniger Mais, also ein fettest Plus für die Gesundheit von Grundnahrungsmitteln.
Und weniger Wasserknappheit dort wo Weizen angebaut wird.Ist eigentlich ne ähnliche Situation wie Fleisch, wo man auch einfach ne komplett andere Planze nehmen könnte die schon C4 ist, aber das halt defakto nie tun wird.
Wenn ich statt Vollkornbrot nur noch Maiswaffeln fressen muss, geht ich besser den ganzen Schritt und entferne mich komplett permanent aus der Klimabillanz.Anyway, ist vielleicht nicht das beste Beispiel, aber C4 Weizen schlägt auch Mais in Wassereffizienz weil das Zeug halt neben C4 noch eine etwas effizientere Planze ist. Und damit ist das schonmal was ertragreicheres als man vorher in ariden Regionen anbauen konnte.
Ist jetzt kein Kaktus, aber gibt halt ewig große Gebiete wo im Moment nur Gras für Vie angebaut wird, oder extrem hartnäckige aber wenig gezüchtete Getreide mit geringem Ertrag.Interessanter Vorschlag. Dem kann ich durchaus etwas abgewinnen. Man könnte auch andersherum versuchen Glutenine und Gliadiene (vulgo Gluten) als Proteinspeicherproteine in eine C4 Pflanze zu transferieren. Die Praxis zeigt: Die Biologie ist ein widerspänstiges Tier, dass nicht immer so linear logisch funktioniert wie wir es gerne hätten. Alle Lebewesen sind hochkomplexe regulatorische Systeme mit sehr vielen positiven und negativen Feedbackmechanismen. Ob es gelingen wird die rund 30-50 regulatorischen Gene des C4 Zyklus zu transferieren? Ich bin da vorsichtig pessimistisch.
Wenn man alle potentiell relevanten Gene einsetzt müsste man eigentlich mit einigen Generationen normalerer Züchtung eine sinvolle expremierung anzüchten können.
Gibt endlose regulationsmechanismen, also sollte das hoch und runterregulieren recht schnell gehen. Ich meine ein paar der Mechanismen wären sogar “epigenetisch” (methylierungen etc.).Dafür sind die Kreuzungsbarrieren zwischen C3 und C4 Pflanzen meines Wissens zu hoch. Ginge wenn dann nur transgen und hiermit wären die Pflanzen nach der Definition der EU Richtlinie dann auch klassische genetech Pflanzen (NGT 2) und nicht frei anbaubar.
ja ich denke redjard’s kommentar ging mehr in richtung weiterführende gentechnik.
Da gibt’s schon einige Erfolge um Getreide genügsamer zu machen.
Die Wüste war ja nur ein Beispiel.
Ja, aber schau, es sind genau diese überzogenen Hoffnungen, die halt dann - so fürchte ich - enttäuscht werden, während sich die klassische Züchtung mit Patentbürokratie und rechtlicher Unsicherheit herumschlagen muss.
Hey, die Patentierbarkeit von Genen ist Murks, da geh ich mit. Aber die Technologie kann schon hilfreich sein und sollte nicht von vornherein verdammt werden.
beachte dass die patente nur 20 (denke ich) jahre gelten, genauso wie bei medikamenten auch.
Patente weg, Mutationszüchtung verbieten und NGT eine Risikoprüfung ‘light’ plus verpflichteter Dokumentation der Mutationen, damit könnte ich in der Tat leben.
Ähm… wo habe ich geschrieben, dass das “Pro Klimawandel” ist? Es ist nur ein weiteres Symptom dafür, dass der Kampf gegen den Klimawandel von der Mehrheit der Entscheider aufgegeben wurde.
Du beginnst halt direkt mit dem üblichen Strohmann “Klimawandel bekämpfen aufgegeben, dann jetzt eben Gentechnik”.
Zum einen hat das eine nicht mit dem anderen zu tun, zum anderen ist die gesamte Gentechnikdebatte absolut vergiftet und es ist eine willkürliche Festlegung, was Gentechnik und was “natürliche” *hust* Züchtung ist.
Na, was hat denn Gentechnik mit Aufgeben zu tun?
Mit jedem weiteren Schritt hin zu “Anpassung” wird die Verhinderung / Abschwächung des Klimawandels unwichtiger - zumindest aus Sicht der Entscheider.
Das hat doch nichts miteinander zu tun. Gentechnik kann zB auch bei “normalem” Naturschutz helfen, indem wir den Pflanzen zB die Möglichkeit geben selbst gegen bestimmte Schädlinge vorzugehen ohne dass ihr Nutzen für uns dadurch geschmälert wird. Dadurch könnte man dann zB auf den Einsatz von Pestiziden verzichten die auch jede Menge Insekten töten die gar nicht an unseren Feldern interessiert sind.
Man kann beides Tun. Vorbereiten und Vorbeugen.
Ich verstehe deine Argunentation. Nach dem Motto man hat den Kampf gegen den Klimawandel aufgegeben und versucht ihn mit Geoengineering und verteilen von Aerosolen in der Athmosphäre bremsen.
Genauso eine technikgläubige Argumentation ist das mit den NGTs und dem angeblichen Nutzen für die Landwirtschaft im Klimawandel auch. Geringer Nutzen für die Allgemeinheit, bei gleichzeitig massiven Kollateralschäden (Patente, Monopolisierung von Marktmacht), während die Agro-Industrie absahnt.
Geringer Nutzen für die Allgemeinheit, bei gleichzeitig massiven Kollateralschäden (Patente, Monopolisierung von Marktmacht)
Das Gegenteil ist der Fall: Es wäre ein riesiger Nutzen für die Allgemeinheit, bei ordentlicher freier Verfügbarkeit. Deshalb wird ja auch der Wahn von der bösen Gentechnik mit viel Geld verbreitet. Weil dann können sich nur wenige Auserwählte die durch überbordene Regulierung erzeugten enormen Kosten und die erwartbaren Rechtsstreitigkeiten leisten.
Abartige Möglichkeiten der Patentierung und die Monopoilisierung des Nahrungsmarktes ist kein Kollateralschaden der Gentechnik, sondern beabsichtigt und erzeugt durch die Beschränkung der Gentechnik in der Hand weniger Überreicher. Und du stehst (hoffentlich unwissentlich) auf der Seite, die für die Kapitalisierung eines Menschenrechts auf Kosten fast aller eintritt.
Geringer Nutzen für die Allgemeinheit, bei gleichzeitig massiven Kollateralschäden (Patente, Monopolisierung von Marktmacht), während die Agro-Industrie absahnt.
Ich bin immer gerne für ein modernes Patentrecht, gerne auch insgesamt kürzere Schutzfristen. Warum das jetzt ausgerechnet bei Agrar Patenten für dauerhafte Monopole sorgen soll, ist mir nicht ganz klar. Wenn die jeweils neun Patente tatsächlich so gut sind, dass die Bauern gar nicht ander können, als weiterhin beim Anbieter zu kaufen, müssen die neuen Erzeugnisse ja krasse geldwerte Vorteile haben.
Weil die Alternativen einfach wegerodieren. Es gibt bereits jetzt eine massive Machtkonzentration im Bereich Saatgut: Vier Konzernen gehören 60% (Tendenz steigend) des globalen Saatgutmarkts, Man kann jetzt sagen “das ist halt so, ist bei Tabakkonzernen oder jeden anderen Industrie auch nicht anders”. Wir hatten bisher in Europa einen einzigartigen und fantastisch guten Rechtsramen: Das Sortenrecht. Das hat geistiges Eigentum geschützt (als Züchter kannst du eine Sorte 20 Jahre exklusiv vermarkten) und gleichzeitig Innovation gefördert (Konkurrenten konnten deine Sorte einkreuzen um was besseres aus der Nachkommenschaft zu selektieren). Eine Art Open Source System, das top funktioniert hat und dafür gesorgt hat, dass es im Europäischen Saagutmarkt vor SMEs im internationalen Vergleich nur so wimmelt. Firmen, die lokal angepasste Sorten züchten. All das wird durch das Patentrecht unterminiert, denn Patente sind exklusive Nutzungsrechte. In Zukunft bin ich minimal auf den Goodwill eines Konkurrenten angewiesen. Auf jeden Fall kommt jede Menge Bürokratie dazu und gleichzeitig das Damoklesschwert, dass ständig Patentrechtsklagen drohen. Leider ein Rückschritt, den man nicht Isoliert von den NGTs betrachten kann.
Vier Konzernen gehören 60% (Tendenz steigend) des globalen Saatgutmarkts, Man kann jetzt sagen “das ist halt so, ist bei Tabakkonzernen oder jeden anderen Industrie auch nicht anders”.
Weißt du, was nicht Teil des Saatgutmarktes ist? Bauern, die, wie sie ungefähr immer gemacht haben, einfach die Selbst erzeugten Samen von letztem Jahr wieder einpflanzen.
All das wird durch das Patentrecht unterminiert, denn Patente sind exklusive Nutzungsrechte.
Auch Patente sind zeitlich befristet. Bedingung für Patente ist, dass du deine Erfindung veröffentlichst. Warum das Sortenrecht so viel besser ist, erschließt ich mir nicht.
Weißt du, was nicht Teil des Saatgutmarktes ist? Bauern, die, wie sie ungefähr immer gemacht haben, einfach die Selbst erzeugten Samen von letztem Jahr wieder einpflanzen.
Das entkräftet das Argument der Machtkonzentration nicht. Der Trend ist eindeutig hin zur Machtkonzentration.
Auch Patente sind zeitlich befristet. Bedingung für Patente ist, dass du deine Erfindung veröffentlichst. Warum das Sortenrecht so viel besser ist, erschließt ich mir nicht.
Patente werden eben nicht nur verwendet um Innovation zu schützen und Anreize zu schaffen, sondern in ganz vielen Fällen um Innovation und Konkurrenz zu verhindern. Im Saatgutbereich geht es sehr oft darum um Konkurrenten rechtlich Steine in den Weg zu legen und mit Blockadepatenten einfach nur Spielraum zu begrenzen. Das Sortenrecht erlaubt das nicht. Bisher konnten sich Pflanzenzüchterinnen auf ihre Kernaufgabe fokussieren: das aufkonzentrieren wertvoller Allele in Nutzpflanzen (Sortenrecht). In Zukunft brauchen Züchterinnen einen Wasserkopf an Patentanwaltskanzleien dazu. So viel Kapital wird da verbrannt werden. Das Geld würde ich lieber in Veldversuchen, Prüfstandorten, Laboranalysen sehen, eben da wo echter Fortschritt passiert.
Die Margen bei Bauern sind in der Regel extrem klein, solange das ein bisschen mehr einbringt als Nutzpflanzen ohne Gentechnik, Patente und Monopolisierung werden die meisten konventionellen Bauern das nutzen, selbst wenn sie sich damit in Abhängigkeiten begeben sollten, aus denen sie nicht so leicht wieder rauskommen.
Die Frage ist: a) wollen wir das? und b) brauchen wir das? Zur Erinnerung: 1/3 unserer Nahrungsmittel landen auf dem Müll. Was für ein Agrarsystem wollen wir eigentlich? Ist unser Blick nicht zu sehr in eine Richtung eingeengt?
Klar, aber das ist halt die aktuelle Situation, und so wie die Leute wählen wird sich das so schnell nicht wesentlich verändern.
aus denen sie nicht so leicht wieder rauskommen
na doch, mit Ablauf des zeitlich befristeten Monopols durch Patente. Gibt es dann wieder eine andere Variante, die noch mehr Ertrag bringen? Dann scheint es sicher weiterhin für die Bauern zu lohnen.
Hmm, da bin ich zugegebenermaßen zu schlecht informiert. Wie ist das mit dem Round-up ready Patent in den USA? Das sollte ja eines der ältesten sein (oder das Bt-Patent?). Ist das Genkonstrukt mittlerweile frei zugänglich?
The US patent for Roundup Ready soybeans expired in 2014.[17] The US patent for Roundup Ready canola expired on 26 April 2022.[18] The 2020 film Percy is based on Canadian farmer Percy Schmeiser’s legal battle against Monsanto over the Roundup Ready canola patent.[18]
Patentschutz ist halt zeitlich befristet.









