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Recht hat er. Prophetisch oder weise ist das aber nicht; man muss nur ein bisschen weiter südlich schauen.
Wir werden weiter die Finger in die Ohren stecken und “lalala” schreien, unseren Billigscheiß konsumieren, was von Marktwirtschaft und Wirtschaftswachstum faseln, KI-Datacenters bauen, uns jeden Tag Fleisch in die Fresse stopfen und Auto fahren, bis es zu spät ist. Dann machen die Boomer eh irgendwann den Abgang und meine Generation kann sich dann überlegen, wie wir unseren Wasserhaushalt organisieren können, dass die Knappheit nicht allzuhoch wird und die Nahrungsmittelspeicher im Zweifelsfall auch a weng länger die Ernteausfälle überbrücken können.
Das Netz, welches wir uns gestrickt haben und in dem alles zusammen hängt, unsere Vergangenheit, unser Reichtum, Arbeitsmarkt, Selbstwertgefühl, Lebensgrundlagen, ist wirklich ziemlich verknotet. Ich habe mich damals mit der Letzten Generation auf die Straße geklebt, um meiner Verzweiflung Luft zu machen.
Nach langer Trauer und Wut bin ich jetzt manchmal ruhiger. Die Zukunft, die unsere Eltern uns versprochen haben wird es nicht geben. Wir können daran entweder verzweifeln und sehr unglücklich werden, oder wir nehmen die Realität an und schauen, was wir draus machen. Kleine, lokale Veränderungen, während wir auf eine gute oder schlechte Revolution warten, zum Beispiel. Diese Katastrophe in Zeitlupe ist jetzt Teil meines Lebens und oft auch Teil meines Handelns. Ich lebe viel minimalistischer (demütiger?), versuche, das auch meinen Kindern mitzugeben. Sammle Freundschaften statt Besitz und mache so gut es geht nicht mehr mit bei der globalen Selbstmordmaschine. Nein danke an die Verlockungen der Tech-Oligarchen. Die “Jetzt ist es auch egal”-Fraktion macht mich immer noch wütend, aber ich versuche freundlich und verständnisvoll zu bleiben. Warum schreibe ich das alles? Eigentlich will ich nur sagen: Du bist nicht allein!Zusätzlich werden mehr und mehr Leute in den Norden auswandern und sich über die angenehmen Sommer und die milden Winter freuen.




