…und entgegen dem, was notorische Dauernörgler vor und hinter der ehemaligen Grenze blubbern, kann sich das Ergebnis letztlich echt sehen lassen.
Sicher, es ist nicht alles perfekt gelaufen, aber wer sich tatsächlich noch erinnert, wie das 1991 aussah, kann nur stolz und dankbar sein, was wir gemeinsam seitdem geschafft haben.
Sicher, es ist nicht alles perfekt gelaufen, aber wer sich tatsächlich noch erinnert, wie das 1991 aussah, kann nur stolz und dankbar sein, was wir gemeinsam seitdem geschafft haben
Absolut - man muss wirklich mal in der DDR gewesen sein, um das überhaupt zu begreifen. Das war so dermaßen runtergekommen und rückständig, dass Nachgeborene glaube ich sich gar keine Vorstellung davon machen können. Ich war als Kind damals schon hart schockiert. Überall Bröckel, Fassaden kohleschwarz, Kopfsteinpflasterstraßen aus dem Kaiserreich, man konnte nicht einfach die Heizung anmachen, sondern hatte diesen Braunkohleofen. Überall stand es nach Braunkohle und die Trabbis fuhren echt katastrophal. Autobahnen waren völlig ruckelig, die Eisenbahn fuhr zum Teil noch mit Dampf und es gab noch nicht mal ein sinnvolles Telefonnetz, mit dem man irgendwen anrufen konnte. Es hat einen Grund, warum die SED eine Mauer bauen musste, damit die Bürger nicht alle in den Westen flüchten und es hat einen Grund, warum Millionen direkt in den Westen geflüchtet sind auf der Suche nach einem besseren Leben als die Mauer nicht mehr war. Deswegen finde ich auch diese DDR Nostalgie so merkwürdig.
Überall stand es nach Braunkohle
Oh Gott, ja. Obwohl ich sagen muss… wenn ich das heute manchmal irgendwo rieche, wird etwas in mir ein wenig nostalgisch. Aber wahrscheinlich auch nur, weil es nur ganz selten und längst nicht so stark riecht wie damals.
Deswegen finde ich auch diese DDR Nostalgie so merkwürdig.
Du hast nur die Fassaden und Autos bewertet und nicht, wie sich die Gesellschaft gefühlt hat.
Die hat sich so gefühlt, dass ein Freund von mir “republikflüchtig” wurde und trotz der Risiken vor dem Mauerfall aus der DDR geflohen ist.
Warum gibt es dann Nostalgie? Wahrscheinlich ist doch, dass einige es furchtbar fanden, aber viele fanden es auch gut. Wer flieht ist nicht repräsentativ für die, die es mögen.
Die DDR sieht ja nur schlecht aus, wenn man sie mit der BRD und dem Westen vergleicht. Und wenn man fair ist, dann kamen die Bananen im Westen aus ausbeuterischen Anbaubedingungen. Der Osten hat nicht Südamerika und Afrika neokolonialisiert. Dann ist es schwierig mit materiellem Wohlstand. Dafür hat man keine Ausbeutung auf dem Gewissen.
Wahrscheinlich ist doch, dass einige es furchtbar fanden, aber viele fanden es auch gut.
Ja, die fanden das so gut, dass sie das Land abgewickelt haben weil sie es darin nicht mehr ertragen haben. Es fanden übrigens einige Deutsche auch Hitler toll, und nun?
Sorry, aber damit endet unsere Diskussion. Ich muss mich nicht mit einem Diktaturapologeten rumschlagen der die DDR verklärt.
Du musst nicht mitdiskutieren, aber für andere:
die fanden das so gut, dass sie das Land abgewickelt haben
Der Osten ist wegen Skaleneffekten und Wettrüsten vom Westen abgehängt worden und die DDR noch mal wegen ihres 10% Stasi Staates. Ausserdem fehlten der DDR wie vorher erwähnt die Kolonien.
Das kritische ist, dass wir das im Bezug auf China jetzt selber machen. Wir versuchen, von den USA unabhängig zu werden und werden alles doppelt entwickeln. Wir geben 5% für Rüstung aus, manche fordern noch mehr. https://feddit.org/post/34965688
Die USA kompensieren es mit ihrer Kontrolle von Südamerika, Korea, Taiwan, Japan, Arabien und eventuell Indien. Wie aber macht es die EU?
Ausserdem führen wir massive Überwachungssysteme ein, die nicht nur von KI ausgewertet werden.
Wir sollten doch von der DDR gelernt haben, dass das alles sehr gefährlich bis fatal ist.
Natürlich scheint das alles den Umständen geschuldet, aber so war es auch in der DDR. Mit unserer Geschichte sollten wir unsere aktuelle Strategie erst mal gründlich hinterfragen und nach Alternativen abklopfen.
Jep. Man darf dabei auch nicht vergessen, wie absolut katastrophal heruntergewirtschaftet die DDR war, in welchem erbärmlichen Zustand die SED das Land in wirklich jeder Hinsicht hinterlassen hat.
Ein Beispiel: Ich erinnere mich an einen Artikel im Spiegel von kurz nach der Wende, in dem die Zustände in DDR-Krankenhäusern beschrieben wurden. Von tropfenden Dächern über katastrophale Hygiene, Unterbesetzung, Mangel an allem (selbst sauberen Verbänden), Stromausfälle mitten während OPs, veraltete Prozedere, usw. usf. Es war ein gänzlich unmenschliches System, dem das Leid der Bevölkerung gleichgültig war. Alles war einzig und allein dem Machterhalt der Partei untergeordnet.
kann sich das Ergebnis letztlich echt sehen lassen
Ja, ist echt ein kräftiges, schön durchgefärbtes Blau geworden, das stimmt.
Das haben wir der DDR-Führung zu verdanken, nicht dem, was nach der Wende passiert ist.
Es gab in dem “Arbeiter- und Bauernparadies” eine aktive Neonaziszene, komplett “home-grown”, wie man heute sagen würde. Die Stasi vermutete anfangs, getreu der Staatsideologie und -propaganda, dass feindliche Agenten aus Westdeutschland dahinter stecken würden, aber als sich dann herausstellte, dass in einem sozialistischen Staat von ganz alleine Nazis entstehen konnten, wurde das Ganze vertuscht, trotz immer häufiger in Gewalt ausartender Fremdenfeindlichkeit ggü. z.B. Gastarbeitern aus sozialistischen “Bruderstaaten” wie Vietnam. Es konnte nicht sein, was nicht sein durfte.
Es gab also nie eine gesellschaftliche Debatte zu dem Thema vor dem Zusammenbruch der Diktatur. Eine effektive Bekämpfung dieser Nazi-Szene war ebenfalls nicht möglich, da es zu viel Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt hätte. Bestenfalls begrenzt wurde diese Szene. Nach der Wende, in dem frischen Stasi-freien Machtvakuum, konnte sie dann schnell aufblühen (westdeutsche Verfassungsschützer und Polizei wurden gänzlich überrumpelt, da sie nicht im Ansatz damit gerechnet hatten) und formte denn Nukleus dessen, aus dem sich heute die AfD speist.
Heute gibt es dort in Ostdeutschland den meisten Fremdenhass und die besten Wahlergebnisse für die AfD, wo die wenigsten Menschen mit Migrationshintergrund leben. Wirtschaftliche Faktoren sind gänzlich irrelevant. Diese Partei wird nicht aus Protest, sondern aus Überzeugung und Angst gewählt.
Gespendet oder investiert? Gehört den DDR Bürgern ihr Land noch?


