Nachbarschaftshilfe hat aber nichts mit Kapitalismus oder Marktwirtschaft zu tun. Im Gegenteil, da ist eine monetäre Bezahlung verpönt. Das „Kreditsystem“ dort heisst Schuld/ Gegenleistung/ Gefallen.
In dieser sozialen Ebene gibt es keine Chefs, Arbeiter und Geld. Da gibt es Augenhöhe, Gefallen tun und kleine Aufmerksamkeiten schenken.
Mach doch mal die Probe: Frag deinen Nachbarn, ob er für dich beim nächsten Mal für 20€ den Flurdienst mit Treppe putzen übernimmt. Schau mal was er/ sie antwortet.
Deswegen mag ich Nachbarschaftshilfen und alles was auf solidarischen Beisammensein beruht auch so gern: weil es nichts mit Kapitalismus und Leistungsgesellschaft zu tun hat. Support your local SoLawi und Hackerspace.
Mein Punkt war aber: in einer Gesellschaft, in der jeder um seinen Lohn kämpft und sich in immer mehr Arbeitszeit bei immer weiter steigenden Kosten krumm macht, da bleiben weniger Ressourcen um sich in der gegenseitigen Hilfe zu engagieren. Überall im Ehrenamt fehlt der Nachwuchs, jeder muss gucken wo er bleibt, alle sind in immer mehr Lohnarbeit gefangen um über die Runden zu kommen.
Überall im Ehrenamt fehlt der Nachwuchs, jeder muss gucken wo er bleibt, alle sind in immer mehr Lohnarbeit gefangen um über die Runden zu kommen.
Irgendwie kommt mir der Tenor „wir finden nicht genug Leute“ sehr bekannt vor. Meist in Verbindung mit bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn.
Da ja scheinbar alle Arbeitskräfte suchen - ob ehrenamtlich oder bezahlt - mag das vielleicht daran liegen, dass die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, alt werden und teilweise krank oder sterben. Schon mal in diese Richtung gedacht?
Das greift zu viel kurz. Gerade in den Jahrgängen, die mit dem Neoliberalismus mit seiner allumfassenden Kommerzialisierung aller Aspekte des Lebens großgeworden sind, sieht die Mehrheit Vereine nur noch als Dienstleister, die man halt dafür bezahlt, dass sie einen bespaßen. Nicht mehr als Orte, wo man durch gemeinsame ehrenamtliche Arbeit etwas erschafft, das man sich alleine nicht leisten kann.
Noch bis in die 1980er Jahre war es absolut üblich, dass sich größere Vereine in Eigenleistung ein Vereinsheim gebaut haben, heute tun sich diese Vereine, obwohl sie oft mehrere hundert Mitglieder haben, zunehmend schwer, das damals Aufgebaute auch nur zu erhalten, weil immer weniger Leute bereit sind, in ihrer Freizeit selbst Hand anzulegen. Auch bei Veranstaltungen finden sich immer weniger Leute, die bereit sind, zu helfen, aber zum auf dem Fest saufen, bei dem sich nicht helfen wollen, sind sie alle da.
Und die zunehmende “Individualisierung” hat nichts damit zu tun, dass der Neoliberalismus tagtäglich predigt, wie maximaler Egoismus die ultimativ erstrebenswerte Freiheit ist?
Nachbarschaftshilfe hat aber nichts mit Kapitalismus oder Marktwirtschaft zu tun. Im Gegenteil, da ist eine monetäre Bezahlung verpönt. Das „Kreditsystem“ dort heisst Schuld/ Gegenleistung/ Gefallen.
In dieser sozialen Ebene gibt es keine Chefs, Arbeiter und Geld. Da gibt es Augenhöhe, Gefallen tun und kleine Aufmerksamkeiten schenken.
Mach doch mal die Probe: Frag deinen Nachbarn, ob er für dich beim nächsten Mal für 20€ den Flurdienst mit Treppe putzen übernimmt. Schau mal was er/ sie antwortet.
Deswegen mag ich Nachbarschaftshilfen und alles was auf solidarischen Beisammensein beruht auch so gern: weil es nichts mit Kapitalismus und Leistungsgesellschaft zu tun hat. Support your local SoLawi und Hackerspace.
Mein Punkt war aber: in einer Gesellschaft, in der jeder um seinen Lohn kämpft und sich in immer mehr Arbeitszeit bei immer weiter steigenden Kosten krumm macht, da bleiben weniger Ressourcen um sich in der gegenseitigen Hilfe zu engagieren. Überall im Ehrenamt fehlt der Nachwuchs, jeder muss gucken wo er bleibt, alle sind in immer mehr Lohnarbeit gefangen um über die Runden zu kommen.
Irgendwie kommt mir der Tenor „wir finden nicht genug Leute“ sehr bekannt vor. Meist in Verbindung mit bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn.
Da ja scheinbar alle Arbeitskräfte suchen - ob ehrenamtlich oder bezahlt - mag das vielleicht daran liegen, dass die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, alt werden und teilweise krank oder sterben. Schon mal in diese Richtung gedacht?
Das greift zu viel kurz. Gerade in den Jahrgängen, die mit dem Neoliberalismus mit seiner allumfassenden Kommerzialisierung aller Aspekte des Lebens großgeworden sind, sieht die Mehrheit Vereine nur noch als Dienstleister, die man halt dafür bezahlt, dass sie einen bespaßen. Nicht mehr als Orte, wo man durch gemeinsame ehrenamtliche Arbeit etwas erschafft, das man sich alleine nicht leisten kann.
Noch bis in die 1980er Jahre war es absolut üblich, dass sich größere Vereine in Eigenleistung ein Vereinsheim gebaut haben, heute tun sich diese Vereine, obwohl sie oft mehrere hundert Mitglieder haben, zunehmend schwer, das damals Aufgebaute auch nur zu erhalten, weil immer weniger Leute bereit sind, in ihrer Freizeit selbst Hand anzulegen. Auch bei Veranstaltungen finden sich immer weniger Leute, die bereit sind, zu helfen, aber zum auf dem Fest saufen, bei dem sich nicht helfen wollen, sind sie alle da.
Das kann man auch mit der zunehmenden Individualisierung erklären.
Ich tue mich schwer, da irgendeinen monetären Wert zu sehen.
Und die zunehmende “Individualisierung” hat nichts damit zu tun, dass der Neoliberalismus tagtäglich predigt, wie maximaler Egoismus die ultimativ erstrebenswerte Freiheit ist?