Finde die Annahme man könnte in der Apokalypse alleine Überleben wenn man nur gut genug vorbereitet ist eh irrig.
Kooperation schlägt Konkurrenz und eine Gruppe von 20 Leuten wird einen Einzelnen immer überwältigen, egal wie klug er glaubt zu sein. Der beste Schutz besteht in der Krise daher darin starke, solidarische Gemeinschaften zu bilden.
Im Kern ist Preppen ja eine dieser Powerfantasien, dass man selbst der Held der Geschichte ist, dass man durch seine Klugheit allen anderen überlegen ist und dass man als einziger die Welt verstanden hat. Der Aufbau einer resilienten Community, die sich nicht nur in Krisenzeiten gegenseitig hilft, sondern wo du dir auch im Frieden die Bohrmaschine vom Nachbarn zwei Straßen weiter aufbauen kannst, erfüllt halt nicht diese Powerfantasie
Beim „prepping“ sind „mutual assistance groups“ (mag) durchaus ein Thema.
In Foren treten manchmal richtig kaputte Leute auf, aber in bestimmten Kreisen (EuroPreppers) hat man es mehr mit bodenständigen, in der Realität verankerten Leuten zu tun, die so was fördern.
Danke, das ist interessant. Ich bin kein Teil dieser Commnity, daher bekomme ich die einzelnen Formen nicht mit sondern nur das was ,draußen" in den Medien auftaucht und das ist eher der Typus ,einsamer Wolf", zumindest soweit ich das wahrnehme.
Mich stört das Bild in den Medien massiv, weil die ganze „Community“ vereinfacht an den rechten Rand gedrängt wird.
Häufig beeinflusst von den amerikanischen Serien wie „doomsday prepper“ und den Reichsbürgern wird dann für den schönen Klick so krass vereinfacht.
@SrMono @GardenGeek
Über die erste ich gerne mehr.
Sind die auch im Fediverse?Ne. Haben sich auf reddit unter EuroPreppers gefunden. Die haben dazu auch noch ne Telegram Gruppe am, laufen in die ich mich nicht reingetraut habe.
Vielleicht geht es da ja rund?
Edit: mags hilt es such selber aufzubauen. Aber es wird immer wieder gesagt, dass man alleine nicht weit kommt.
Typ wohnt 25 Jahre unbemerkt in der stabilsten Nachbarschaft im ganzen Land
Nachbarn, die such gegenseitiv helfen. Normalität in einer funktionierenden Gesellschaft mit intakten sozialen Strukturen.
Neoliberalismus hat den Chat betreten
Ähem, entschuldigen Sie, aber jeder ist seines Glückes Schmied!
/s
Das /s kannst Du weglassen, denn Neoliberalismus zerstört die Gesellschaft, und hat genau den Effekt, den Du ihm unterstellst.
Der Meinung bin ich auch ganz unironisch, aber der Spruch war schon sarkastisch gemeint. Dass eben nicht jeder einfach seines eigenen Glückes Schmied ist. Diese Erzählung legitimiert ja diesen ganzen Brimborium erst
Hat irgendwie nichts damit zu tun. Oder übersehe ich da was?
Neoliberalismus treibt die Vereinzelung der Gesellschaft voran. Jeder kämpft für sich allein, verkauft seine Arbeitskraft am gewinnbringensten und sorgt für Konkurrenz „jeder gegen jeden“. Das verhindert explizit solidarische Gesellschaften und ist auch genauso gewünscht. Wenn sich plötzliche alle Arbeiter:innen verbünden würden, könnte man ja feststellen dass man eine Gegenmacht hat, upsi, dass darf nicht passieren.
Nachbarschaftshilfe hat aber nichts mit Kapitalismus oder Marktwirtschaft zu tun. Im Gegenteil, da ist eine monetäre Bezahlung verpönt. Das „Kreditsystem“ dort heisst Schuld/ Gegenleistung/ Gefallen.
In dieser sozialen Ebene gibt es keine Chefs, Arbeiter und Geld. Da gibt es Augenhöhe, Gefallen tun und kleine Aufmerksamkeiten schenken.
Mach doch mal die Probe: Frag deinen Nachbarn, ob er für dich beim nächsten Mal für 20€ den Flurdienst mit Treppe putzen übernimmt. Schau mal was er/ sie antwortet.
Deswegen mag ich Nachbarschaftshilfen und alles was auf solidarischen Beisammensein beruht auch so gern: weil es nichts mit Kapitalismus und Leistungsgesellschaft zu tun hat. Support your local SoLawi und Hackerspace.
Mein Punkt war aber: in einer Gesellschaft, in der jeder um seinen Lohn kämpft und sich in immer mehr Arbeitszeit bei immer weiter steigenden Kosten krumm macht, da bleiben weniger Ressourcen um sich in der gegenseitigen Hilfe zu engagieren. Überall im Ehrenamt fehlt der Nachwuchs, jeder muss gucken wo er bleibt, alle sind in immer mehr Lohnarbeit gefangen um über die Runden zu kommen.
Überall im Ehrenamt fehlt der Nachwuchs, jeder muss gucken wo er bleibt, alle sind in immer mehr Lohnarbeit gefangen um über die Runden zu kommen.
Irgendwie kommt mir der Tenor „wir finden nicht genug Leute“ sehr bekannt vor. Meist in Verbindung mit bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn.
Da ja scheinbar alle Arbeitskräfte suchen - ob ehrenamtlich oder bezahlt - mag das vielleicht daran liegen, dass die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, alt werden und teilweise krank oder sterben. Schon mal in diese Richtung gedacht?
Das greift zu viel kurz. Gerade in den Jahrgängen, die mit dem Neoliberalismus mit seiner allumfassenden Kommerzialisierung aller Aspekte des Lebens großgeworden sind, sieht die Mehrheit Vereine nur noch als Dienstleister, die man halt dafür bezahlt, dass sie einen bespaßen. Nicht mehr als Orte, wo man durch gemeinsame ehrenamtliche Arbeit etwas erschafft, das man sich alleine nicht leisten kann.
Noch bis in die 1980er Jahre war es absolut üblich, dass sich größere Vereine in Eigenleistung ein Vereinsheim gebaut haben, heute tun sich diese Vereine, obwohl sie oft mehrere hundert Mitglieder haben, zunehmend schwer, das damals Aufgebaute auch nur zu erhalten, weil immer weniger Leute bereit sind, in ihrer Freizeit selbst Hand anzulegen. Auch bei Veranstaltungen finden sich immer weniger Leute, die bereit sind, zu helfen, aber zum auf dem Fest saufen, bei dem sich nicht helfen wollen, sind sie alle da.






