In ihrem Antrag für den Bundesparteitag verlangt die Bundesspitze von ihrer Partei ein klares Bekenntnis zum Existenzrecht Israels. So heißt es darin: “Wir bekennen uns daher weiterhin unmissverständlich zum Selbstbestimmungsrecht von Jüdinnen und Juden im heutigen Staat Israel.” Das Gleiche gelte demnach auch für die Palästinenserinnen und Palästinenser. Auch sie hätten das Anrecht auf einen eigenen Staat. Im Antrag ist daher die Rede von einer “integrativen Zweistaatenlösung”.
Zugleich versucht der Antrag zwischen den unterschiedlichen Positionen in der Partei zu vermitteln. So heißt es, die Linke sei mehrheitlich davon überzeugt, dass es sich dabei um “Völkermord” handele. Andererseits dürften Menschen, die Zweifel daran hätten, dass der juristische Tatbestand eines Genozids erfüllt sei, nicht fälschlicherweise unterstellt werden, “sie würden damit die israelischen Kriegsverbrechen leugnen oder gar unterstützen.”
Das klingt doch sehr vernünftig. Es verbindet jene, die sich vorwiegend für das palästinensische Volk einsetzen und jene, die hinter jeder Israelkritik Antisemitismus vermuten. (Sorry, bin da ziemlich biased)
Das klingt doch sehr vernünftig.
Ja, wenn man das hier…
Wir bekennen uns daher weiterhin unmissverständlich zum Selbstbestimmungsrecht von Jüdinnen und Juden im heutigen Staat Israel
… so versteht, dass nicht jede beliebige illegale Landnahme (es läuft ja gerade die nächste) jetzt einfach Israel zugeordnet wird. Unabhängig davon würde ich obiges auch nicht so formulieren. Ich würde schreiben:
Wir bekennen uns daher weiterhin unmissverständlich zum Selbstbestimmungsrecht der Menschen im heutigen Staat Israel
Es gibt einen Anteil von ca. 25% Israelis, die keine Juden sind, die aber genau so ein Recht auf eine selbstbestimmte Existenz im Staat Israel haben sollten. Das schmälert nicht das Recht jüdischer Israelis auf ihre Heimat.
Außerdem sollte man anmerken, dass kein Land ein Existenzrecht hat, das ist ausschließlich Menschen vorbehalten. Es gibt keine Charta, Gesetz, Richtlinie oder sonst was, das Italien, Japan, Südafrika, Kanada, Israel oder sonst irgendeinem Land ein Recht auf Existenz zusagt.
Der Nahostkonflikt ist einfach der perfekte Spaltpilz. Wer mit irgendwas da interagiert, wird im Kreuzfeuer völlig zerrieben. Versucht man, nicht zu interagieren, wird man direkt auch als Genozidingorierer oder ähnliches beschimpft. Man hat noch nicht einmal die Option, da nicht mitzuspielen und wenn man mitspielt, hat man auch verloren.
Kommt mir bekannt vor.
Weil die tagesschau denkt, dass Hyperlinks nur dazu dienen, um auf alles außer den Bezugspunkt ihres Artikels zu verweisen:Ohne Rant hier die Meldung von der Linken (zumindest was ich gefunden habe): https://www.die-linke.de/start/presse/detail/news/debatte-um-nahost-verlangt-besondere-verantwortung/Dieses Framing von es ginge “gegen Antisemitismus”, nachdem der Auslöser der inhaltlich noch nicht mal krass kontroverse antizionistische Beschluss vom Niedersachsener Landesverband war, lässt direkt erkennen, woher der Wind weht. Hier geht es nicht um Antisemitismus, sondern darum, Antizionismus kaltzustellen.
Die Linke (auch manche linken Communities allgemeiner gefasst) hat ein Problem mit Antisemitismus und es ist gut, dass dagegen vorgegangen wird. Außerdem ist der Versuch, Infights einzugrenzen begrüßenswert. An der allgemeinen Position der Linken wird sich nichts ändern, bloß stellen sie eben klar, dass “allen Menschen in Palästina und Israel gleichermaßen ein Leben in Sicherheit und politischer Selbstbestimmung zusteht”. Ich sehe damit kein Problem.
Woher weisst du, was der Auslöser war?








