• GardenGeek
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    3 days ago

    Seit 20 Jahren absehbar und dank 5 Jahresplänen sogar schriftlich festgehalten. Reaktion der deutschen Industrie: Weiter wie bisher.

    Geht es absehbar schief braucht man drigend Subventionen und ,die GrÜÜÜNnen!!11!" sind an der vermeintlichen Deindustrialisierung schuld, nicht etwa die Kurzsichtigkeit von CDU und Vorständen.

    • Padit@feddit.org
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      3 days ago

      Was wäre denn dein Plan gewesen, wenn du 2001 Chef von Volkswagen oder Siemens gewesen wärst?

      • GardenGeek
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        3 days ago

        2001 ist nicht die Frage.

        2010 schon eher.

        Es war spätestens da absehbar, das China nicht nur Markt ist, auf dem man nur in Form von Joint-Ventures aktiv sein darf, sondern auch aktiv darauf hinarbeitet die eigenen Produkte zu kopieren, weiter zu entwickeln und das Marktsegment zu übernehmen.

        Es wäre sinnvoll gewesen mehr Geld in Innovation und Disversifikation weg vom chinesischen Markt zu stecken… insbesondere ersteres hat man ja, grade im Hinblick auf EVs, nicht nur verpennt sondern aktiv zu bremsen versucht. ,Immer weiter so" ist zwar kurzfristig gut für die Quartalszahlen und Dividenden, aber langfristig hat man halt irgendwann nichts neues mehr anzubieten.

        • gandalf_der_13te@feddit.org
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          3 days ago

          EVs hätten 2010 halt auch einfach nichts gebracht, wo der großteil der Welt noch Strom aus fossiler Energie bezogen hat. Das ist nur wieder Verbrennermotor, nur indirekt. Und zusätzlich hatten wir damals noch nicht die Batterietechnik dafür.

          • GardenGeek
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            1 day ago

            Zwei Gedanken dazu:

            1. Es geht nicht darum was es klimapolitisch ,gebracht" hätte sondern darum was für die Autoindustrie gut gewesen wäre. Der Trend zum EV war aufgrund der Klimaziele damals absolut vorhersehbar.
            2. Es gab damals schon Elektromobilität und E-Autos, ergo auch brauchbare Batterien. Und ja genau, WIR hatten die fortgeschrittene Batterietechnologie von heute nicht. Hätten WIR damals aber in die vorhersehbare Innovation investiert und nicht den Kopf in den Sand gesteckt würde die Welt vielleicht heute bei uns die Batterien kaufen und WIR würden das Geschäft machen, nicht China. Genau das war ja der Kern meines Arguments.
  • gandalf_der_13te@feddit.org
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    3 days ago

    China hat Adam Smith wortwörtlich genommen. Der Wohlstand einer Nation liegt nicht in der jährlichen Gewinnausschüttung, sondern am Vorhandensein starker Produktionskapazität. Deshalb hat China auch dafür gesorgt dass Unternehmen jahrelang praktisch ohne Profit zu machen produzieren, damit man die Preise senkt und skaliert und Wirtschaft aufbaut.

    Derweil versucht im Westen der Trump nur immer wieder, die Aktienpreise noch höher zu treiben, wodurch die Produktion im Westen langfristig immer teurer wird. Denn die Steigerung der Aktienkurse liegt oft an einer Aufwertung der Währung, was Produktion teurer und international unattraktiver macht.

    • Melchior@feddit.org
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      3 days ago

      Vor hat China aber auch in Infrastruktur investiert und Deutschland hat fast nur verwaltet. Eigentlich hätte Deutschland locker ein ICE Netz zwischen allen Deutschen Städten mit über 500.000Einwohnern bauen können um die Strecken zu entlasten. Dazu wurde kaum in neue U-Bahnen investiert. In Frankreich und Italien haben mittlerweile viel kleiner Städte als in Deutschland kleine U-Bahnen bekommen.

    • geissi@feddit.org
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      3 days ago

      Sorry, nein. Wir sind auch Teil des “Westens” und an der Entwicklung hierzulande der letzten 20 Jahre ist nicht Trump schuld.

      Die Produktion ist nicht wegen Aktienkursen teuer, sondern wegen realer Kosten: Steuern und Abgaben, Auflagen, Energie- und Personalkosten. Das konnte man früher noch durch Technologie- und Produktivitätsvorsprung wettmachen aber da hat China halt auch stark aufgeholt.

      Unsere Probleme fangen in den Schröder-Jahren an und wurde von untätigen Folgeregierungen zementiert. Sozialsysteme streichen, Staatsausgaben kürzen, Lohnentwicklung drücken. Die Wirtschaft auf Export ausrichten aber dabei versuchen, nicht über Vorsprung sondern über Kosten zu konkurrieren.
      Hier kommt tatsächlich die Währung ins Spiel; der für deutsche Verhältnisse unterbewertete Euro hat unsere Exporte im Ausland relativ billig gemacht. Aber auch das reicht nicht mehr.

      Währenddessen hat man Technologien, in denen wir mal führend waren (PV, BEVs) den Anderen überlassen während man sich lieber auf die Förderung von Kohle, Öl und Gas konzentriert hat.

      Und was dabei komplett auf der Strecke geblieben ist, ist die Kaufkraft der Konsumenten und damit die Binnenwirtschaft.

      Derweil versucht im Westen der Trump nur immer wieder, die Aktienpreise noch höher zu treiben, wodurch die Produktion im Westen langfristig immer teurer wird. Denn die Steigerung der Aktienkurse liegt oft an einer Aufwertung der Währung, was Produktion teurer und international unattraktiver macht.

      Sorry, kannst du kurz 2 Dinge erklären:

      1. Was hat der Aktienkurs mit Produktionskosten zu tun?
        Außer bei einer Kapitalerhöhung haben Aktien eigentlich keinen Einfluss auf Unternehmen. Oder geht es dir um die Notwendigkeit höhere Renditen für Ausschüttungen zu generieren? Das würde ich nicht unbedingt unter Kosten verbuchen.

      2. Wie macht eine Aufwertung der Währung Produktion teurer?
        Ich sehe ein, dass Exporte dadurch im Ausland teurer werden. Ist das damit gemeint?
        Gleichzeitig werden ja Importe billiger und damit müsste der Teil der Produktionskosten, der für importierte Vorprodukte drauf geht eher fallen.

      • gandalf_der_13te@feddit.org
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        3 days ago

        Wie macht eine Aufwertung der Währung Produktion teurer? Ich sehe ein, dass Exporte dadurch im Ausland teurer werden. Ist das damit gemeint?

        Ja, genau das meinte ich.

        Gleichzeitig werden ja Importe billiger und damit müsste der Teil der Produktionskosten, der für importierte Vorprodukte drauf geht eher fallen.

        Ne, wenn du genauer hinschaust, wiegt das nicht auf. Stell dir vor Brasilien kauft von uns 1 Auto. Sie geben uns dafür Gummi für die 4 Räder. Der Gummi kostet in Brasilien insgesamt R$40. Sie schiffen also den Gummi nach Deutschland, dort wird dann für x€ der rest des Autos gebaut. Wird zurückgeschifft nach brasilien.

        Wie du siehst, zahlt ein mensch in brasilien insgesamt R$40 + x€. Wobei x€ nur vom Preisniveua in Deutschland abhängt, denn da sind so dinge wie Lohnkosten drin, die von den allgemeinen lebenshaltungskosten in deutschland abhängen. Nur weil die Rohstoffe (aus deutscher sicht) billiger werden, heißt das nicht dass es für einen ausländischen käufer des gesamtprodukts billiger wird, denn der zahlt ja die rohstoffe indirekt dann in seiner eigenen währung.

        • geissi@feddit.org
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          2 days ago

          Gut, dann deckt sich das mit meinem Verständnis.

          Ich wollte gar nicht andeuten, dass die billigeren Importe die teureren Exporte aufwiegen würde.
          Ich hatte meine Überlegung rein auf Basis der lokalen Produktionskosten gedacht. Dass Exporte teurer werden leuchtet ein.

  • plyth@feddit.org
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    3 days ago

    dass China sich zwar öffnen, aber nie wirklich innovativ werden könne, solange es ein Einparteienstaat ist.

    Innovation hat im deutschen Einparteienstaat bis 1945 gut funktioniert. Daran können sie nicht wirklich geglaubt haben, eher daran, dass die Milliardäre die Oberhand gewinnen würden.

    Wir waren nicht darauf vorbereitet, dass wir uns mit China einen Partner in unser WTO-System holen, dessen Grundsystem gar nicht zu unserem Regelwerk passt.

    Das Problem wird eher sein, dass die Regime Changes nicht funktioniert haben und dass die Chinesen das amerikanische Agentensystem enttarnen konnten.

    Viele dieser Probleme waren nicht neu. Doch so lange der Industriemarkt um 20 Prozent pro Jahr wuchs, waren sie verkraftbar

    Als wenn niemand strategisch denken würde. Wozu gibt es Davos?