Aus gegebenem Anlass, hier der faktencheck!
Ich finde es krass, wie alle die Vorteile von öffentlich verwalteten Wohnungen ignorieren, primär den Platzverbrauch pro Person. In Zürich ist das ein massiver Unterschied (Stadt - Privat) So schafft man auch Wohnraum.
Was an der öffentlichen Verwaltung führt zum geringeren Platzverbrauch? Schmeißen die die Witwe dann raus, oder wie stellen die das sicher?
Bin kein Experte, aber nach meinem Wissensstand gibt es eine Richtline an Platz pro Person, also wenn die Kinder ausziehen, muss in eine Wohnung im Portfolio mit diesem Platzverbrauch gewechselt werden.
Hier die Daten zum Platzverbrauch.
Spannend, wäre interessiert, ob das hier mehr wäre, für öffentliche Wohnungen . Für Leute im Wohngeld haben wir so eine Prüfung ja. Die Schweiz ist aber auch deswegen nicht super vergleichbar, weil ich sogar als Immobilienbesitzer einen Anreiz habe nicht Zuviel Wohnraum zu verbrauchen. Denn die gesparte Miete versteuere ich als Einkommen. Auch das würde hier Leute auf die Barrikaden treiben fürchte ich.
Eigenmietwert fällt in 1-2 Jahren weg.
Ah til. Aber dann fällt ja auch die Absetzbarkeit von Instandhaltungskosten. Als besitzer einer alten Bude fände ich eine unbeschränkte Abzugsfähigkeit hier natürlich ganz nett im Gegenzug für einen geringen Mietwert…
Mag diese Lösung auch nicht so, aber das meiste was ich da gegen die bürgerliche Mehrheit bewirken kann ist mitmachen beim Referendum.
Lol, es gibt hier einen Kommentar auf den dann alle anderen reagieren weil der dummes libertäres Zeug redet und das Video offensichtlich nicht gesehen (oder nicht verstanden) hat.
Einfach mal Liebe an WohlstandFürAlle für das Video, einfacher Faktencheck gegenüber dem ganzen Geraune, dass Vergesellschaftung nur Populismus sei. Wenn was funktioniert und populär ist ist es nicht populistisch sondern ne gute Idee.
Video? Scheint mir ein normaler Artikel zu sein, hast du ihn dir nicht angeguckt, oder wird das Video bei mir vom Browser geblockt?
Lol, gibt ein Video mit gleichem Titel/Thema vom gleichen Autor, das habe ich schon woanders gesehen gehabt und dachte der Link verweist darauf. Hast komplett recht, in dem Fall ists ein Artikel :D
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Wenn was funktioniert und populär ist ist es nicht populistisch sondern ne gute Idee.
Ja, wenn das funktioniert. Ich sehe genug Fallstricke, die ich hier ausführlich darlege. Kannst du gerne als dummes libertäres Zeug abtun, wenn dir keine inhaltlichen Argumente einfallen.
Aus dem Artikel: Die LWU haben im Zeitraum 2015-2025 in Berlin alleine mehr als doppelt so viele Wohnungen gebaut wie Vonovia in gesamt Deutschland.
Das scheint mir ein recht eindeutiger Beleg dafür zu sein, dass landeseigener Wohnungsbau (besser) funktioniert.
Vielleicht ist das einfach nicht das Geschäftsmodell von Vonovia? Und vom Bauverhalten einer Firma auf einen ganzen Sektor zu schließen ist komplett unredlich. Aber hey, kann ich auch: 2021-2025 hat der Privatsektor in Berlin mehr als doppelt so viele Wohnungen fertiggestellt, wie die öffentliche Hand. Damit ist der ja augenscheinlich doppelt so gut! /s
Na klar wurden Wohnungen gebaut in Berlin. Die Frage ist doch aber , für welche Klientel. Ich selbst hab in einer Baufirma gearbeitet, die sehr viele Aufträge in Berlin hatte. Alles durchweg Eigentumswohnungen, die billigste (um die 40m²) für etwas über 600000€. Im übrigen ist das Geschäftsmodell von Vonovia Geld scheffeln. Selbst das Geld von Nichtmietern. Also ja, Vonovia ist evil und gehört weg vom Markt.
Natürlich bauen die nur Eigentumswohnungen, weil du dort den Marktpreis bekommst und im Mietmarkt nicht. Schlimmer noch, du kannst davon ausgehen, dass deine neu gebaute Mietwohnung irgendwann in eine Mietpreisregulierung hineingerät, was die Kalkulation noch weiter verschlechtert. Es ist direktes Ergebnis dieser fehlgeleiteten Politik.
Immer dieses Geseier um Blackrock. Das sind Aktien Unternehmen, da sind dann immer Blackrock, Vanguard etc. unter den Eigentümern. Nein, das ist nicht der böse Hedgefond, sondern jeder 20 Euro MSCI World Sparplan. Das wird am Ende auch irgendwelche Versicherer treffen mit erwartbaren Folgen für deren Kunden.
Abgesehen davon trägt das Argument nicht, das die großen angeblich zu wenig bauen. Es ist ist erklärtes Ziel der PdL den Mietzins dauerhaft zu dämpfen, besser noch zu senken. Bei steigenden Baukosten führt führt das für alle, auch Genossenschaften, zu unrentablem Neubau. Wenn man zudem noch fürchten darf, in wenigen Jahren und vor ammortisierung des Projekts in weitere Regulierungen hineinzulaufen, wird es völlig unmöglich.
Der Berliner Mietmarkt ist jetzt in einer Interventionsspirale. Das was am Ende rauskommt, wird die Mieter nicht glücklicher machen.
Imho sollte mit Grundbedürfnissen und Infrastruktur kein Geld gemacht werden, denn diese sind zum Lebenserhalt des Menschen notwendig; und es ist im Sinne des Staats, dass wir uns um soetwas keine Gedanken machen müssen sondern uns voll auf die Wirtschaft und Selbstrealisierung (und Kinder kriegen) fokussieren können.
Genau da liegt doch der Hase im Pfeffer. Wir brauchen massive Investition in urbanen Wohnraum. Das machen entweder die Privaten, die wollen aber Rendite sehen.
Oder halt der Staat, über günstige Kredite an gemeinnützige Träger wie Baugenossenschaften. Der Bund kann sich heute zu 3,41% Geld leihen. Das könnten er zu 3.5% an Bauträger weitergeben, von solchen Konditionen können Private nur träumen.
Trotzdem müssen die Genossenschaften dann >3.5% Rendite machen, um Kosten zu decken und Zinsen zu bedienen.
Genau da liegt doch der Hase im Pfeffer. Wir brauchen massive Investition in urbanen Wohnraum. Das machen entweder die Privaten, die wollen aber Rendite sehen
Oder wir machen uns parallel dazu mal Gedanken, wie wir diesen Zuzugsdruck aus dem urbanen Raum nehmen können. Wir hatten da einen ganz kurzen Moment, wo es die Chance dazu gab. Wo man dann viele Dank HomeOffice die Chance gehabt hätten, irgendwo etwas weiter raus was nettes und günstigeres zu finden. Das wird dann gerade überall wieder eingestampft und das feuert massiv den Wohnungsmarkt in den großen Städten an
Eine Genossenschaft ist nicht gemeinnützig. Eine Genossenschaft ist ihren Genossen verpflichtet. Und genau deswegen setzen die idR auch nicht das Vermögen der Genossenschaft aufs Spiel für unprofitablen Neubau.
Kann gemeinnützig sein, muss nicht. Ich rede von gemeinnützigen, war erwas ungenau formuliert. Meinetwegen auch ne gemeinnützige GmbH, der Punkt ist der gleiche: Private haben Renditedruck, der nicht in den Wohnungsmarkt gehört.
Der Punkt ist ja genau nicht der gleiche. Eine GGmbH ist einem gemeinnützigem Zweck verpflichtet, eine Genossenschaft ist ihren Genossen verpflichtet und kann daher nicht als Gemeinnützigkeit verpflichtet sein.
Für das Optimierungsproblem beim Wohnraum macht es einen Unterschied. Ich kann auf etwaige Gewinne verzichten und den derzeit wohnenden möglichst günstigen Wohnraum bereitstellen oder ich generiere Gewinne um damit noch nicht dort wohnenden neuen Wohnraum herzustellen.
Ich glaube, wenn die ganzen Immobiliengroßkonzerne ihre Gewinne, so wie du schreibst, in Neubau stecken würden, dann hätten wir tatsächlich das Problem nicht (oder nicht so krass).
Aber sie schütten ja aus, sie reinvestieren ja nicht (so viel, wie sie könnten).
Ich sage nicht dass sie das tun. Aber solange die EnteignungsAöR das nicht tut, ändert sich am Wohnungsmangel in Berlin exakt nichts. Dann kann das bestenfalls subvention für mietende sein die, wie dargelegt, die Mieten damit den Spiegel drückt und Neubau unattraktiver macht.
Dann müssten wir den gesamten Lebensmittelsektor gleich mit verstaatlichen. Du machst durch Verstaatlichung erstmal nichts günstiger, du verlagerst das ganze nur zu anderen Eigentümern. Und die können nicht zaubern und sind den selben Sachzwängen unterworfen, wie andere Marktteilnehmer. Als teurere Instandhaltung, höherer Zins.
Wir haben das alles schon mal durch exerziert, Das hat in jedem Land der Welt zu schlechterer Versorgung und/oder Qualität geführt
Du machst durch Verstaatlichung erstmal nichts günstiger, du verlagerst das ganze nur zu anderen Eigentümern.
“Indem du das Erfordernis, immer möglichst viel Gewinn zu machen, entfernst, machst du nichts günstiger.”
Ok.
Die Frage ist, wie viel vom derzeitigen ‘zu teuer’ tatsächlich auf das ‘Aktionäre sollen verdienen müssen’ entfällt. Also wirklich ganz ehrlich gefragt.
Denn es ist ja nicht nur mieten teuer, sondern auch kaufen, bauen, etc. Dagegen helfen vergesellschaftete Wohnungen nicht und sie sind der gleichen Kostenstruktur unterworfen. Der Boden kostet das gleiche, das Bauen ebenfalls. Darum will man ja gerade unter Wert enteignen.
Ein anderer Kommentar sagt das Vonovia ca. 29 % der Mieteinnahmen als Dividende an die Investoren abführt. Nur um mal eine Zahl zu nennen. Das löst das Grundproblem (geringe Verfügbarkeit nicht), aber 20 % geringere Mieten (wenn wir davon ausgehen, die Reinvestitionsquote steigen soll) wären schon ein Wort.
Vielen Dank für den guten Input!
Das hat mich neugierig gemacht und ich habe selber mal nachgesehen:
Vonovia hat 2025 konzernweit (!) 3,428 Mrd. € Mieteinnahmen gehabt.
Für das Geschäftsjahr 2025 wurde eine Dividende i.H.v. 1,060 Mrd. € vorgeschlagen.
Die ~ 30% kommen also hin. Vonovia hat zwar auch noch andere Umsatzquellen, aber die Vermietung ist natürlich der weit größte Teil.
Vonovia besaß 2025 ~ 531.000 eigene Wohnungen und gab für diese einen Verkehrswert von 84,448 Mrd. € an
Die Dividenden sind letztlich das, was Vonovia seinen Anlegern dafür zahlt, dass diese ihr Geld geben. Rechnen wir noch das Zinsergebnis (880 - 130 = 750) dazu, ergeben sich: (1,060 + 0,750) / 84,448 = ~ 2,14%. Das fällt bei einer Vergesellschaftung nicht vollständig weg: Berlin müsste die Immobilien ebenfalls finanzieren und dafür Geld zahlen. Bundesanleihen mit 20-30 Jahren Laufzeit liegen momentan eher um die 3,8% (30-jährig heute 3,78%). Ob Berlin die gleichen Sätze bieten kann, oder nicht doch einen Aufschlag zahlen müsste, ist fraglich.
Vonovias Mieteinnahmen sind 3,428 / 84,448 = ~ 4,06% des Marktwerts pro Jahr. Die laufenden Kosten geben sie mit 484 Mio € Instandhaltung, 488 Mio € operative Kosten und 327 Mio € für “substanzwahrende” Investitionen (24,23 € / m2 - 14,46 € / m2 (um den Instandhaltungsaufwand herauszurechnen) = 9,77 * 33.482 Tsd m2 Gesamtfläche) an. Das sind ~ 38% der heutigen Miete und diese hätte Berlin ebenso.
Wenn wir 20% Mietsenkung unterstellen, bleiben also nur 80% - 38% = 42% der heutigen Miete, aus der die Finanzierung erfolgen muss. Das sind 1,71% des Marktwerts pro Jahr (4,06 * 42%). Das bedeutet auch: zum vollen Marktpreis bräuchte Berlin 3,8% pro Jahr (siehe Bundesanleihen), selbst ohne Tilgung, nach den laufenden Kosten bleiben aber aus der heutigen Miete nur 2,52% (4,06% * 42%) übrig. Aufgrund der Differenz müsste die Miete hier also sogar um gut 30% steigen.
Die Initiative rechnet in Berlin mit 240.000 Wohnungen, die vergesellschaftet werden könnten. Unter der Annahme, dass diese im Schnitt so viel wert sind wie der Eigen-Gesamtbestand von Vonovia ergibt sich für Berlin ein Wert von ca. 38 Mrd. €, mit dem pro Jahr ca. 1,55 Mrd. € Mieteinnahmen erzielt werden. Die 1,71% von oben verraten uns nun, wie viel Berlin damit pro Jahr bedienen kann, also wie viel Berlin tatsächlich entschädigen kann:
1,71 / Rate = höchstmögliche Entschädigung mit Rate = Zins / (1 - (1 + Zins) ^ -Laufzeit)
Als Zins nehmen wir optimistischerweise die 3,8% des Bundes und drei verschiedene Laufzeiten (30, 50, unendlich (gar keine Tilgung)):
höchstmögliche Entschädigungen
- 30 Jahre: ~30%
- 50 Jahre: ~40%
- unendlich : 45%
Für 20% weniger Miete muss die Entschädigung also in einem Korridor zwischen 30-45% des Marktwerts liegen. Das Problem: je mehr Spielraum Berlin bei der Miete haben will, desto geringer muss die Entschädigungshöhe ausfallen und desto höher ist das juristische Risiko, damit vor Gericht durchzukommen.
Und: das ganze unterstellt das gleiche Niveau wie bei Vonovia, wohingegen du von 20% weniger Miete + mehr Reinvestition gesprochen hast. Das würde die Zahlen noch mehr drücken. (Bei 10% der Miete zusätzlich für Sanierung sinkt der Korridor auf ~23-34%)
Außerdem ist die Annahme hier, dass Berliner Wohnungen im Durchschnitt ebenso bewertet sind wie der Durchschnitt des Eigenbestands von Vonovia. Die sind allerdings auch in Österreich und Schweden tätig und besitzen zB auch Immobilienbestände im Ruhrgebiet. Sind die Berliner Wohnungen überdurchschnittlich teuer, würde dies die Rechnung weiter belasten.
Weiterhin wird unterstellt, dass Berlin die Wohnungen ebenso günstig bewirtschaftet wie Vonovia. Dazu kann ich mir kein Urteil erlauben.
Ob man merkt, dass ich heute keine große Lust auf Job habe…
Wow, viele dank für die Rechnung!
Wäre nie auf die Idee gekommen, dass du heute nicht mehr groß für die Arbeit motiviert warst… bis ich gesehen habe das du deine Annahmen sogar mit Quellen hinterlegt hast (wusste garnicht, dass das hier so elgant geht) xD
/edit: Sehe dank der Rechnung auch meinen Denkfehler: In meiner Annahme wäre es eine entschädigungslose Enteignung gewesen. So wie es sich darstellt, würde eine Vergesellschaftung letztlich nichts ändern, da das systematische Grundproblem (oder die Grundziel) des Kapitalismus (systematische Akkumulation von Kapital mit Umverteilung von unten nach oben bei gleichzeitigem Schutz von Privateigentum) im Weg steht. Daran was zu ändern wäre selbst eine linke Alleinregierung in Berlin Lichtjahre entfernt von.
Du tauschst aber nicht einen Akteur gegen einen anderen aus, der lediglich weniger Gewinnstreben hat. Du baust hier auch einen neuen Verwaltungsapparat drumherum, der erst mal rund laufen muss, eigene Kosten mitbringt, weniger Wohnungen verwaltet als der bestehende Konzern.
Die Hoffnung, dass das genauso kosteneffizient funktioniert wie im, wie du selbst sagst, immer auf viel Gewinn und nicht unbedingt auf gut bezahlte Mitarbeiter und Dienstleister optimiert ist, ist erst mal Ein frommer Wunsch.
Der Lebensmittel Sektor ist quasi verstaatlicht. Die Menge Subventionen die notwendig sind um den “Markt” am laufen zu halten…
Dein Vergleich hinkt, weil der Lebensmittelmarkt viel besser einem idealen Markt entspricht als der Immobilienmarkt. Wenn der Preis für Weizen steigt, ist es profitabler für Bauern, Weizen anzubauen. Also pflanzen sie weniger Unrentables und mehr Weizen. Steigt der Bedarf nach Weizen weiter, erschließen sie neues Ackerland. Der Preis steuert den Markt nach Effizienztheorie.
Wenn der Bedarf nach Wohnungen in Hamburg steigt, ist es unfassbar teuer, Büroflächen umzuwandeln. Gleichzeitig gibt es nur begrenzt Bauland, und Investoren bauen vor allem besonders rentable Luxuswohnungen und Gewerbeimmobilien.
Der Immobilienmarkt ist voller Marktversagen, der Lebensmittelmarkt genau nicht.
Der Mietmarkt ist vor allem voller staatlicher Interventionen. Dass Büros nicht morgen Wohnungen sein können liegt an Auflagen, nicht daran, dass nicht irgendwer da ein paar Trockenbau Wände einzieht.
Wie du selbst sagst, dürften Mieten auf das Marktniveau steigen würde sich Neubau stärker lohnen.
Dann müssten wir den gesamten Lebensmittelsektor gleich mit verstaatlichen.
Kenn ich gut, diese Art von Argument.
Wollen wir aber nicht. Ein bisschen mehr Soziales in der Marktwirtschaft würde uns schon genügen.
Ein bisschen mehr staatlicher Eingriff bei unserer 50 % Staatsquote wird diesen Karren nicht aus dem dreck ziehen. Bestenfalls bleibt für die Mieter alles beim alten und Berlin macht noch mehr Schulden. Schlimmstenfalls werden die Wohnungen runtergewirtschaftet, stehen länger leer, werden am Ende doch wieder privatisiert und Berlin hat Schulden.
Wie selbstbewußt du all das als absolute Fakten darstellst.
Ich bin somit nicht der erste der nach ein bisschen mehr Substanz fragt, merkst du aber gar nicht weil du dich so gerne schwadronieren hörst.
Habe ich eine Frage überlesen die du gestellt hast?
Name checks out
Gerade hier macht doch die Anstalt öffentlichen Rechts Sinn. Die Rahmenbedingungen haben ja nicht automatisch was damit zu tun wer baut, private haben da die gleichen Hürden wenn nicht sogar mehr. Die AöR muss sämtliche Einnahmen in Instandhaltung/Verwaltung/Sanierung/Neubau/Rücklagen stecken. Es gibt zwar auch solche, denen zusätzliche Gewinne ermöglicht werden, die dann vom Staat/der Kommune/dem Land abgeschöpft werden können (z.B. KfW, Landesbanken, Sparkassen), dazu wird aber dieses Modell voraussichtlich nicht zählen. Klar können auch Private neubauen und werden es bei teuren Mietverträgen vermehrt tun. Dazwischen liegen aber die Ausschüttungen an Aktionäre (am Beispiel Vonivia 29% der Mieteinnahmen) und zusätzlich Spitzengehälter, die bei großen Privaten ein vielfaches der AöRs liegen, die indirekt demokratisch abgesegnet werden müssen. Die Miete könnte bei gleichen Investitionen in den Neubau also definitiv gesenkt werden oder eben bei gleicher Miete viel mehr gebaut/saniert werden. Btw. die gübstigen Kreditzinsen, den die AöRs zahlen, fließt über die KfW zu großen Teilen an den Bund zurück, falls die KfW dort Gewinne erwirtschaft. In den AöRs sind ganz normal Leute angestellt (mit faireren Löhnen als im vergleichbaren privaten Sektor), dis Volkswirtschaft hat davon also eher Vorteile als Nachteile, es wird einfach nur mehr Geld im Kreislauf geführt anstatt einen großen Teil davon in Spitzengehälter und Kapitalmehrung für AktionärInnen und allg. AnlegerInnen abzupumpen. Wohnungswirtschaft ist (wie zum Beispiel auch alles, was die Stadtwerke machen) ein sich sehr träge verhaltendes Segment, in denen eine träge öffenliche Verwaltung hervorragend wirtschaften kann. Da gäbe es bessere Beispiele für Dinge, in denen schnell auf Veränderungen reagiert werden muss, die ggf. bessere Beispiele gegen Vergesellschaftung wären.
Wie träge die Wirtschaften siehst du unter anderem in dem höheren Leerstand Der öffentlich verwalteten Wohnungen. Hilft das dann dem Wohnungssuchenden in Berlin?
Hier zu hoffen, dass Menschen auf einmal besser bezahlt werden und unterm Strich dann trotzdem geringere Mieten dabei herauskommen, halte ich für kurios.
Löhne machen bei den öffentlichen Wohnungsbaugesellschaften ca. 15% der Gesamtausgaben aus, gezahlt wird tariflich, z. b. nach TVöD. Und das sind schon die faireren Löhne. Ein Koch bei einer Uni-Mensa (AöR) verdient deutlich mehr und sicherer bei besseren Arbeitsbedingungen als eine Köchin in einem durchschnittlichen privaten Restaurant. Unterm Stich kommen definitiv deutlich günstigere Mieten raus, kann man ja am Vergleich derzeitiger öffentlicher und privaten Wohnungen sehen.
Woher nimmst du die Aussage mit dem höheren Leerstand bei den öffentlichen Wohnraumgebäuden und wie hoch ist der Ubterschied? Würde mich interessieren (frage nicht, um gegen dein Argument zu schießen)
Was du nicht siehst, ist der öffentliche Wohnraum, der den Markt unterbietet und gleichzeitig noch mehr wird, weil sie nur dazu bauen. Warum?
Sorry ich verstehe die Aussage nicht
Da fehlt ein Wort.
Was ich damit sagen will: wenn Die öffentliche Hand so viel geiler wirtschaftet, dass sie sowohl die Arbeitnehmer besser bezahlen kann, als auch günstigere Mieten anbieten kann, warum nutzt sie dieses ganze Potenzial dann nicht, um massiv neu zu bauen?
Hier wird ein Argument gemacht, des besseren Wirtschaftens, für das ich keine Belege sehe.
Weil es politisch nicht gewollt ist. Wenn die Regierung möchte, dass Immobilien privaten Investoren gehören, dann investiert sie natürlich nichts in städtische Immobilien. Ist doch logisch.
Ob sie allg. besser wirtschaften, weiß ich nicht aber rechtlich gesehen dürfen eben keine langfristigen gewinne gemacht werden und z.b. die spitzengehälter werden vom verwaltungsrat, in denen politische Vertreter sitzen, bestimmt. Dadurch fließt ein guter Brocken geld zurück in die AöR, die dann damit Dinge tun kann, die aber vorgegeben sind (eben Neubau, Sanierung, günstigere mieten, Rücklagen, etc.). Es wird ja viel öffentliches Geld in Neubau gesteckt, ich denke mal, warum gerade in Berlin die Vergesellschaftungsdebatte entbrennt, ist, der allg. Platzmangel in der Stadt (kein platz–>keine Konkurrenz bei hoher Nachfrage–> Markt regelt nicht). Berlin ist ja schon sehr verdichtet, da geht es wenn überhaupt (bin keine Berlinerin) eher in die weite peripherie. In Städten mit viel Platz zum bauen, wird denke ich eher neues erschlossen, statt vergesellschaftet. Was man auch nicht vergessen darf, dass viele Berliner wohnungen in privater konzernhand (am.Beispiel Vinovia sogar der größte teil) eigentlich öffentlich gebaut und irgendwann privatisiert wurden.
Am Rande: Blackstone und Blackrock machen bei der aktuellen Gewichtung des MSCI World gemeinsam 0,27% aus.
Ich spreche nicht von der Gewichtung, einer der beiden im Index, sondern von Den Anteilen beliebiger öffentlicher Aktien, die Blackrock hält. Das ist ungleich höher. Und natürlich gehört BlackRock dann die Aktie nicht, sind die Aktien nicht Teil der Bilanz von Blackrock, sondern ihre Fonds halten sie für ihre Anleger.
In der Tat - das Problem sitzt leider tiefer. Natürlich ist Vonovia ein Kackkonzern und natürlich zahlen die einen erstaunlichen Anteil der Miete an ihre Aktionäre aus. Aber: Wenn man sich mal die aktuellen Baupreise, die Grundstückspreise, die Zinslage und all das anschaut, dann ist der Wohnungsbau gerade in einer umfassenden Krise. Bei 4,1% Bauzinsen und den in Großstädten abgerufenen Grundstückspreisen und dem, was ein Bau irgendwie halt kostet, wird das einfach superteuer. Man darf sich das gerne einfach mal für eine kleine Wohnung durchrechnen, da gerät man auch als ordentlich verdienender Mensch in Finanzierungsprobleme. Alleine schon ein 200.000€ Kredit macht bei 4,1% Zinsen 8200€ Zinszahlungen im Jahr bzw. 683€ pro Monat. Und dann hast du noch nichts getilgt. Da kann sich jeder überlegen, was an Haus dann noch bezahlbar ist.
(und daran ändert leider auch eine Verstaatlichung der Konzerne nichts)
Ja, kann sich heute ja jeder mit Claude Co. zusammen rechnen und mal an den Reglern drehen. Und im politischen Diskurs wird der kostendeckende Neubauvermietungsreis dann als Luxus verrissen. Sorry, abgerockte Altbauwohnungen kann man halt nicht herstellen und die bestehenden mit Steuergeld zu subventionieren hilft exakt nur denen, die derzeit darin wohnen.
Es gäbe da Ansätze. Die sind allerdings extrem unpopulär und kosten Wählerstimmen.
Ein großer Knackpunkt, der die Neumieten für Familien und Studenten in die Höhe treibt, sind die Altmieten vs Neumieten.
Keiner verkleinert seinen Wohnraum, weil er dann mehr für weniger Fläche zahlen muss. Das ist eine direkte Folge der Mietbremse auf Bestandsmieten. Aber wie man das vernünftig aufdröselt, dazu fehlt mir die Expertise.
Naja der Markt würde das ausnahmsweise regeln wenn er dürfte. Oder du machst interventionsspirale weiter und führst ne Wohnraumpberverbrauchssteuer ein pro Kopf. Hat dann aber auch den Effekt dass es Omas Wohnung verteuert und die andere noch teurer ist.
Ich fürchte nicht, nein. Dazu ist der Wohnraum schon viel zu knapp. Im schlimmsten Falle würden die Bestandsmieten nachziehen, alles wir massiv teuer und alte Leute mit wenig Rente werden obdachlos. Das wäre keine schöne Lösung.
Alte Leute ohne Rente bekommen Sozialhilfe und Wohngeld. Die jetzige Lesung bedeutet, dass eine Familie keine größere Wohnung bekommt, weil sich der Auszug für die Altmieter nicht lohnt. Das ist dann nur anders unschön.
Ja nur reichen Sozialhilfe und Wohngeld idR nicht auf dem freien Wohnmarkt.








